Facsimile · p. 210
KAPITEL XXIV.
Gordon s Sendung.
Als Charles George Gordon am 13. Februar 1884 Chartüm betrat, um die bestehende ägyptische Regierung, im Namen des Chedive dort aufzulösen, war er im Sudan kein Neuling. Er hatte als Nachfolger Sir Samuel Bakers vom Februar 1874 bis zum Oktober 1876, mit dem Range eines General-Gouverneurs, von Gondokoro aus, lediglich die Äquatorial-Provinz verwaltet, und sodann, vom Februar 1877 bis zum Juni 1879, in der Eigenschaft als General-Statthalter des gesamten Sudan, von Chartüm aus, nun auch das Ganze geleitet. Ein seltener Mann, von starkem Glauben, höchstem Streben, bestem Wollen, hatte er während jener 6 Jahre mit einem Feuereifer, wie er nur Glaubenshelden eigen ist, sich der Aufgabe der Zivilisation des Sudan hingegeben. Aber beide Male war er freiwillig zurückgetreten, verzweifelnd an dem Erfolge, weil er einsah, daß mit dem ihm zur Verfügung stehenden Personale ägyptischer Unterbeamten etwas Ersprießliches nicht zu erreichen wäre.
Auch jetzt, am 13. Februar 1884, betrat er Chartüm, nicht in der Absicht, hier irgendwie länger zu verweilen. Sein Kommen war lediglich eine Gefälligkeit gegen den Chedive und die englische Regierung. Feste Versprechungen banden ihn bereits für die Zukunft an den König der Belgier, welcher die Regierung des neugeschaffenen Congo-Staates Gordon zu übergeben wünschte. Er betrachtete sich aus jenem Verhältninse lediglich als ein Beurlaubter, für dieses letzte Eingreifen in die Angelegenheiten des Sudan, und hatte sich in Brüssel verpflichtet, spätestens den 20. Januar 1885 dort wiederum zurück zu sein.
Indessen für die vorliegende Aufgabe schien niemand so geeignet zu 170