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Nun lag der kühne Mann in seiner stillen Gruft und es fragte sich, oh sein Nachfolger Talent und Mut genug besitzen würde, um das begonnene Programm weiterzuführen.
Reformen des Mahdi.
Seine reformatorische Arbeit bestand zunächst darin, daß er die verschiedenen Sekten, in welche der Islam gespalten war, untereinander zu vereinigen suchte. Dann ließ er, zum Ausdruck dieser anzustrebenden Einheit, eine kleine 'Agende (kitäb) zusammenstellen aus klassischen Qorän -Versen, unter Zufügung von Gebeten und Lobpreisungen Gottes, zum Zweck der Verwendung im Gottesdienste, im Anschluß an das tägliche Morgengebet. Die vorgeschriebenen religiösen Waschungen vereinfachte er, ebenso die vorschriftsmäßigen, sehr wechselnden Körperhaltungen beim Gebete. Diesem Zeremoniell, bei den verschiedenen mohammedanischen Sekten sehr abweichend, gab er eine einheitliche und vereinfachte Gestalt.
Unter Hinweis auf die Vergänglichkeit aller irdischen Güter und die Nichtigkeit aller Erdenfreuden, verlangte er, unter Hinweis auf die Gleichheit aller Menschen vor Gott, auch eine Ausgleichung des Unterschiedes im Besitzstände. Er ließ alle seine Anhänger, mit ihm, die gleiche Haartracht tragen, einen glattrasierten Kopf, unter Abschaffung des im Sudan bei vielen Stämmen üblichen Lockenbaues. Ebenso forderte er für alle das gleiche Kleid, nämlich, eine einfache, weiße Igippa, welche die Derwische aber mit bunten Flicken zu benähen liebten. Das Tragen von Goldund Silberschmuck war selbst den Frauen strengstens untersagt. Man behalf sich mit Perlmutterknöpfen und Korallenschnüren. Auch zahlte er weder seinen Offizieren, noch seinen Soldaten einen wirklichen Sold, sondern gewährte allen nur Wohnung, Kleidung, Verpflegung, zu denen bei den höheren Chargen, selbst auch bei den Chalifen, nur eine mäßige Geldunterstützung kam. Diese Mittel wurden entnommen dem allgemeinen Vorratshause, in welches die Beute floß, sowie eine Abgabe des lOten, erhoben von allen denjenigen Leuten, welche nicht die Waffe im Felde trugen.
Um die Sittlichkeit zu fördern, begünstigte er frühe Heiraten; setzte die vom Manne zu zahlende Morgengabe für Jungfrauen auf 10, für Witwen auf 5 Maria Theresia - Taler hinab, und gestattete, bei strengem Verbote rauschender und kostspieliger Hochzeitsfestlichkeiten, nur ein einfaches Mahl, bestehend aus Datteln und Milch. Schmausereien aus Anlaß von Todesfällen wurden dagegen gänzlich untersagt, sowie auch die übliche Totenklage.
Die im Sudan hier und da genossenen alkoholischen Getränke, als Mrissa, ein Bier aus Durra — (sorghum vulgare) — bereitet, sowie Dattel-168