Sudan Archive

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daß fortan in den Operationen, auch im Sudan, England stets an der Seite Ägyptens, und zwar in der Dignität eines widerspruchslosen Führers auftrat. Auch zu diesem eklatanten Siege, den man jetzt in Kairo für unumgänglich nötig hielt, sollte ein englischer General, als Führer der Regierungstruppen, den Weg suchen und finden. Es ward dazu auserwählt Hicks-pächa, der sich in Indien seine Sporen verdient hatte. Ihm trat zur Seite der Ägypter Allah-ed-Din, als neuernannter General-Gouverneur für den Sudan. Es war der Wunsch in der Hauptstadt, daß beide Männer auf dem Wege zur Züchtigung des Mahdi Hand in Hand gehen sollten. Die Armee, welche zu diesem Feldzuge nach Chartüm geschafft wurde, bestand aus 10 000 Mann, darunter 2000 Kavalleristen. Zum Troß gehörten 7000 Kamele. Nicht von der besten inneren Beschaffenheit war diese Truppe. Es fanden sich unter ihr viele Soldaten Arabis, die unwillig zum Sudan hinaufzogen, noch unwilliger aber einem englischen Kommandeur folgten. Auch der Einigkeit entbehrte das Offiziers-Korps. Um Hicks scharten sich die europäischen Offiziere, und auf seiten Allah-ed-Dins standen die ägyptischen. Friktionen in wichtigen Fragen der Leitung, wie in den Nebendingen der Etikette, traten nur zu oft ein.

Unter solchen Verhältnissen schoben sich die Heersäulen vor nach El-Duem, am Weißen Nil. Von hier aus drang man in südwestlicher Richtung in das Innere vor. Die Gegend ist Steppe, bestanden mit oft 2 Meter hohem, dichtem Grase, welches Baumgruppen durchsetzen. Brunnen sind selten, und ihre Lage keinesweges jedermann bekannt. In der Hauptsache war man angewiesen auf das stehende Wasser in den Regenteichen, und auf das Grundwasser in den, während der regenlosen Monate meist trockenen, Flußbetten. Beides war für diese Masse von Menschen und für das Vieh ganz unzulänglich. Es trat quälender Durst ein. Die des Landes kundigen Führer, welche man angeworhen, schlichen sich fort, und von den Offizieren kannte niemand das Terrain, am wenigsten der völlige Neuling im Sudan, General Hicks. Die Folge dieses Zustandes war Auflösung der Disziplin und körperliche Schwächung. Um den quälenden Durst zu mildern, nahmen die Leute Bleikugeln in den Mund, welche den trockenen Gaumen wenigstens kühlen sollten. Der Mahdi war über die Lage des Heeres genau unterrichtet. Seine Spione, gedeckt durch das hohe Gras, umschlichen seit Tagen das Heer, dessen Marsch und seine Notlage scharf beobachtend. Da, 60 Kilometer südwestlich von El-Obeid, erfolgte der Angriff. Es muß nach dem aufgefundenen Tagebuche des Obersten Farquhar am 4. November gewesen sein. Zwei Offiziere, welche entkamen, erzählten später Gordon : „Kaum kam es zu einem rechten Gefechte. Die Armee samt den meisten ihrer Führer starb ebenso sehr an Durst, wie unter den Lanzenstichen der Derwische.“ 158

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