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lange verproviantiert, und ward befehligt von dem Gouverneur der Provinz, Mohammed-pächa-Säid. Im Mai 1882 war Jusüf-pächa bei Djebel Gedir vernichtet, im September desselben Jahres langten die Heerhaufen des Mahdi vor El-Obeid an. Da ein versuchter Sturm, der selbst bis zu einem erbitterten Straßenkampfe geführt wurde, von der tapferen Besatzung zurückgewiesen war, so besaß der Mahdi die Klugheit des Abwartens. Er schloß El-Obe'id von allen Seiten ein, um die Zufuhr ihm abzuschneiden. Ein Hilfs-Korps von 2000 Mann, welches der im Mai in Chartüm angelangte, neue General-Gouverneur, Abd-el-Kadr, zum Entsätze der bedrohten Stadt entsandt hatte, wurde aufgefangen und bis auf 200 zerrieben. Nun war es klar, daß in absehbarer Zeit eine nennenswerte Macht von dort her nicht mehr zu erwarten stand. Mochte also der Hunger El-Obeid bezwingen. Und er tat sein Werk! Drei Monate, 10 Tage dauerte die Einschließung. Die Preise der Lebensmittel stiegen in’s Ungemessene.
Altes Schuhwerk und die Lederriemen der Angareb wurden zur Speise.
Leichen verhungerter Menschen überdeckten die Straßen. Da bot der Kommandant, am 18. Januar 1883, dem Mahdi seine Unterwerfung an. Und Mohammed-Ahmed, bei dem Weisheit und Mäßigung zwei hervorragende Herrscher-Tugenden waren, verzieh, obwohl seine zwei, am 5. September 1882 nach El-Obeid geschickten, Gesandten durch eben diesen Pascha aufgehängt waren.
„Weder Du, noch Deine Offiziere, noch Deine Leute haben etwas von mir zu fürchten, vorausgesetzt, daß ihr mir Treue schwört und sie haltet! — Groß war die hier gemachte Beute. Neben reichem Kriegsmaterial und vielen Warenbeständen befand sich auch eine Kiste gefüllt mit 7000 Goldstücken. Aber Mohammed-Ahmed behielt von solchen Schätzen nie etwas für sich. Er ließ alles unter seine Leute verteilen. Neben Mäßigung und Weisheit zeichnete ihn aus eine große Uneigennützigkeit.
El-Obeid wurde besetzt und für eine Zeitlang das Hauptquartier daselbst aufgeschlagen, bis dieses später, aus Gesundheitsrücksichten, nach dem, eine Tagereise weit entfernten, Rähat verlegt wurde. Nun strömten hierher, in Haufen, die Leute aus allen Teilen Kordofäns zusammen, waffenfähige Männer, vornehmlich befreite Sklaven ; dann auch Weiber und Kinder, um den heiligen Mann zu sehen, für welchen Gott so vernehmlich sprach, und ein Wort aus seinem Munde zu erlauschen. Mohammed-Ahmed sprach mehrmals am Tage zu dem versammelten Volke auf dem großen Gebetsplatze, wo ungezählt die Menge Kopf an Kopf vor ihm stand, mit weithin schallender, wohllautender Stimme. Er sagte es jetzt offen heraus, was bisher nur ein Geheimnis seiner nächsten Um-155