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läge zu vergleichen mit des Stifters Flucht (hügra) aus Mekka nach Medina, um durch solch einen Vergleich seine eigene Würde, wie den Mut seiner Anhänger zu stärken. Uns seßhafte Nordländer mutet seltsam an das Hinrollen solch eines Menschenstromes, nicht aber den an Karawanenzüge und an Nomadenleben gewöhnten Orientalen.
Ziel ihrer Wanderung war das südlich von der Hauptstadt El-Obeid — nahe bei Masät — gelegene Bergland Djebel Gedir, ein Terrain, sehr geeignet zur Defensive. Ein Beobachtungs-Korps der Regierung, in Stärke von 4 Kompagnien, welches dem Wanderzuge folgte, ohne ihn anzugreifen, ließ die Derwische ihren Schutzort erreichen. Als von Gott in die Herzen gesenkte Furcht, deutete man im Lager Mohammeds dieses fehlerhafte Zaudern.
Wie Israel, flüchtend aus Ägypten, und gestellt vor die Aufgabe, ein Land sich zu erobern, zunächst und vor allem den Schutz der Klüfte des Sinai-Gebirges aufsuchte, um dort in längerem Verweilen, auf der Feirän-Oase, am Fuße des Serbäl, und dann in der Räha-Ebene, am Fuße des Choreb, sich ungestört zu organisieren und zu stärken ; so auch die Derwische unter ihrem Führer Mohammed-Ahmed. — Hier, in Djebel Gedir, haben wir uns zu denken den Ort ihrer Konsolidierung, ihrer militärischen Ausrüstung, ihrer Vorbereitung auf die kommenden Kämpfe, welche eine Kette von Siegen für sie werden sollten. Der Mahdi war eine fesselnde Persönlichkeit, hoch und' breitschultrig von Gestalt, sowie lichtbraun an Hautfarbe. Der edel geformte Kopf zeigte sich umrahmt von dunklem Barte. Das Auge war leuchtend. Beide Wangen hatten die im Sudan üblichen 3 Hauteinschnitte, außerdem trug die rechte ein Muttermal. Sein Antlitz leuchtete meist in dem Glanze eines freundlichen Ausdruckes. Und wenn er lächelte, dann legte sich eine Reihe blendendweißer Zähne bloß. Zwischen den beiden oberen Mittelzähnen bemerkte man eine starke Lücke, im Sudan ein Schönheitsmal und außerdem ein Glück verkündendes Zeichen. Er trug sich ausschließlich weiß und hielt auf tadellos saubere Gewandung. Von ihm ging aus ein leichter Duft von Rosen, deren Wasser er sehr liebte. Man sprach darum, namentlich unter den Frauen, von einem „riha-el-Mahdi“ „dem Weihrauch des Mahdi“. — Den Wert seiner militärischen Vorbereitung fand der Mahdi die Gelegenheit zu zeigen, als Raschid-bey, der Gouverneur von Fashoda, im Dezember 1881, denselben in ihrem Bergterrain Gedir angriff. Bis auf den letzten Mann wurde der angreifende Feind niedergemacht. Nun konnte die Regierung den Ernst der Lage nicht mehr verkennen. Von der Hauptstadt des Sudan aus wurde ein starkes Heer nach Kordofän entsandt, 4000 Mann, unter dem Befehle Jusüf-pächas, der einst, unter 153