Sudan Archive

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verboten, sollten an jenen Festtagen unter Dispens stehen, mit zugesiehertem Ablasse der dadurch verwirkten Sünde; und zwar aus religiöser Vollmacht des einladenden Schechs, Mohammed-Cherif. — Der Einsiedler von Aba lehnte, betroffen über die Laxheit jener moralischen Auffassung, diese Einladung ab ; ja, er erklärte seinen Austritt aus dem Orden der samania. „Ein Schech dürfe weder zur Sünde reizen, noch die dadurch verwirkte Schuld vergeben wollen!“ — Hob ihn, den Absagenden, die Kühnheit jener Worte, in den Augen seiner Anhänger, so noch mehr die Lauterkeit seines Beweggrundes. Der Araber, erzogen in Sachen der Religion streng zu denken, besitzt ein Organ zur Bewunderung namentlich für religiöse Helden. Das ganze Gezire, das weite fruchtbare Gebiet zwischen dem Blauen und dem Weißen Nile, fiel infolge dieser scharfen Absage dem Mohammed zu. Die dort wohnenden Stämme wallfalirteten nun nach Aba, um dem frommen Mohammed-Ahmed persönlich zu huldigen. Die Bewegung begann, durch diese häufigen Anschwellüngen starker Menschenmassen dort auf der Insel, einen politischen Charakter anzunehmen.

Aufmerksam geworden, entsendet Reuf-pächa, der damalige General-Gouverneur des Sudan, einen Bevollmächtigten nach Aba an Mohammed-Ahmed, mit dem Befehle, er solle zur Aufklärung und Rechtfertigung seines Verhaltens vor dem Gebieter des Landes in Chartüm erscheinen.

Charakteristisch ist die Antwort, welche der Abgesandte des General-Gouverneurs aus dem Munde des Propheten erhielt : „Ich bin durch Gottes und des Propheten Gnade der Herr des Landes ! Nie werde ich Chartüm betreten, um mich zu verantworten!“ — Ein bereits in’s Bewußtsein getretener Gegensatz zu den herrschenden, weltlichen Gewalten, und zwar gestützt auf einen religiösen Ruf, spricht sich hierin aus. Reuf entsendet nun 300 Soldaten, auf 2 Dampfern, um Mohammed-Ahmed in Ketten nach Chartüm führen zu lassen. Ungeschickt gelandet, schlecht geführt, werden diese Leute von Mohammeds Schülern überfallen und niedergemacht. — Damit war der Streit, durch die Regierung selbst, dem Katheder entrückt und auf das Schlachtfeld verlegt. Der Einsiedler von Aba gab die, nicht mehr der Sachlage entsprechende, einseitige Rolle der untätigen Kontemplation, sowie die strategisch unhaltbare Lage auf einer Insel nunmehr auf, und betrat das Westufer des Weißen Nils, in Kordofän, um die Bevölkerung auf dieser Stromseite, welche sich noch nicht für ihn erklärt hatte, zu gewinnen. Ihm folgten im langen Zuge seine Schüler, sowie der größeste Teil des Dedjem-Stammes aus dem Gezire. Es ließ sich an, wie der Auszug der Kinder Israel aus Agyptenland. Und Mohammed-Ahmed versäumte es nicht, seine gegenwärtige Zwangs-152

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