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ganz bei ihm zu bleiben. Es bildete sich um ihn eine Gemeinde. Geschenke flössen dieser Gemeinde zu, und, da Mohammed -Ahmed nichts davon für sich behielt, sondern alle diese Opfergaben an seine Anhänger verteilte, so erhielt er auch den Ruf eines „Sähed“, eines „Dem Himmel Geweihten und der Welt Entsagenden“ ! Unter den aus weiter Ferne ihm zuströmenden Pilgern befand sich nun auch sein später so einflußreicher Ratgeber und berühmter Amtsnachfolger, Abdullahi.

Selbst die Dampfer der Regierung, welche an der Insel vorbeipassierten, versäumten es niemals, dort anzuhalten. Die Besatzung stieg dann aus, um knieend den Segen des frommen Derwisch sich zu erbitten. Außer der erwähnten Handtätigkeit und der Wortverkündigung war Mohammeds Beschäftigung die religiöse Kontemplation. Diese schwärmerische Versenkung des Gemüts in die Vorstellung Gottes und seines erhabenen Wesens, zu welcher der Orientale von Natur so geneigt ist.

Wieviel in solchen gehobenen Momenten der Berührung menschlicher Seelen mit einer himmlischen Macht, von der alle Propheten, und auch Apostel, wie z. B. Paulus 1 ), behaupten, daß sie ihnen zu teil geworden sind, auf Rechnung subjektiver Vorstellung zu schreiben ist, wieviel auf reale göttliche Mitteilung, kann niemand entscheiden. Es sind das Geheimnisse des Seelenlebens.

Mohammed - Ahmed versichert, daß ihm in solchen Momenten Mitteilungen zukamen von Gott selber, von dem Propheten Mohammed und vom Engel Gabriel; daß er deutlich den Zuruf vernommen habe: „Ziehe dein Schwert aus der Scheide, reformiere die Moslimim, und gründe das Reich, dem der ewige Friede folgen wird!“ 2 ) Wer kann ihm nachweisen, daß er in solchen Beteuerungen log?“ Die Hoffnung, daß gegen Ende der Weltentwickelung ein von Gott gesandter Reformator aufstehen, die Anhänger des Islam läutern und zu neuen, unvergleichlichen Siegen führen w Terde, dieser Gedanke ist eine lebendige, allgemein verbreitete Überlieferung im Orient. Mohammed-Ahmed begann, sich als diesen gesandten Mahdi (== Meister) zu fühlen, und tat nun einen entscheidenden Schritt zum Antritt seiner Sendung.

Er löste zunächst das noch bestehende untergeordnete Verhältnis zu seinem bisherigen Ordens -Chef: Mohammed- Cherif in Chartüm. Es bot sich dazu eine passende Gelegenheit. Mohammed- Cherif bereitete das Fest der Beschneidung seiner Söhne vor, und lud dazu alle seine Ordensgenossen, so auch den Einsiedler von Aba. Der Einladung war beigegeben die Aufforderung zu Gesang, Tanz und Glücksspiel in dem beabsichtigten Festesrahmen. Diese Dinge, und namentlich das letzte, durch den quorän streng ’) Paulus, II. Brief an die Korinther XII, 4.

2 ) P ag* 238, I, pag. 246, II. Gordon „The Journals“ ; Leipzig 1885. — 151 —

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