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scheidener, gottesfürchtiger Wandel neben großem Studieneifer. Nach Abschluß seiner theoretischen Bildung in Berber begab er sich nach Chartüm, welches seit 1828 Verwaltungs-Zentrum des Sudan und eine aufblühende Stadt geworden war. Hier fügte er zur erworbenen Gelehrsamkeit die Askese. Er wurde ein Derwisch, und verpflichtete sich zu dem „tarik“, d. h. einem erheblichen plus neben den, allen Moslimim auferlegten 5 Tagesgebeten. Es war derjenige „tarik“, welcher die Ordensregel bildete der „samania“, einer besonders hochgeschätzten mohammedanischen Sekte, deren Haupt zu jener Zeit der Schech Mohammed-Cherif war. Da indessen die mohammedanischen Mönchsorden ein Zusammenwohnen ihrer Glieder, wie bei den Christen, nicht fordern, vielmehr ihre Genossen, sonderlich die begabten, gerne als Pilger und Prediger, in die Weite senden, so wurde der bewährte und gelehrte Mohammed-Ahmed zunächst ein Wander- Prediger. Als solcher durchzog er fast sämtliche Provinzen des Sudan und erwarb sich eine ausgebreitete Kenntnis von Land und Leuten.
Gleich Luther, der als Mönch gen Rom zog und dort vieles schaute, was ihn innerlich scharf anfaßte und für seine künftige Weltstellung erzog, so wurde auch für Mohammed-Ahmed dieses Reisen, dieses Beobachten, dieses Erfahren, dieses Verkehren mit allen Schichten der Bevölkerung ein treibendes Glied für seine reformatorische Tätigkeit. Er selbst, der Sohn des Volkes, verstand sein Volk; sah an vielen Orten religiöse Verkümmerung, sittliche Erschlaffung und fast allenthalben das wirtschaftliche Darben und Seufzen unter dem Joche der Fremden. Denn der Ägypter oder, was ihm gleichbedeutend ist, der Türke, gilt dem Sudaner als ein fremder Eindringling, obwohl dieselbe Religion des Islam beiden eignet. Wie ein arabisches Sprichwort sagt: „Araberblut kocht nicht mit Türkenblut zusammen.“ Nach mehrjährigem Wanderleben läßt sich Mohammed -Ahmed als Anachoret nieder auf Aba, einer geräumigen und gutbewaldeten Insel, umschlossen von den Armen des Weißen Nils, in der Nähe von Kaua, auf der Grenze der beiden Provinzen Sennaar und Kordofän, etwa unter dem 13ten Grade nördlicher Breite. Hier beschäftigte er sich mit Ackerbau, und seine beiden Brüder, die sich zu ihm gefunden hatten, betrieben das Handwerk ihres Vaters. Sie zimmerten aus Akazienholz Nilbarken. Das sah nun alles ganz schlicht und einfach aus , und hatte nichts gemein, weder mit angestrebtem Schlachtenruhme, noch mit beabsichtigter Staatslenkung.
Aber der Ruf Mohammed - Ahmeds als eines religiös erleuchteten Mannes, wuchs. Es begann sich der Heiligenschein um seine Schläfe zu flechten. Pilger in großer Zahl kamen zu ihm, um ihn zu sehen und zu hören. Gefesselt von seiner Erscheinung, entschlossen sich nicht wenige, 150