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inneren Wesens und Strebens teil gehabt hat, läßt sich schwer bestimmen; ihn wenigstens beherrschte ganz die Überzeugung, bei seinen Unternehmungen, ein Organ Gottes zu sein, und dafür nahmen ihn auch seine Genossen.

War er kein Prophet, so war er zum mindesten ein bedeutender Mensch, ein geborenes Herrschergenie und entzieht sich ebenso sehr einer Analyse seines Entstehens und Werdens, als wie die Persönlichkeit anderer Heroen der Weltgeschichte. Große Menschen überraschen die Welt, und auf wen ihr erwärmender Glanz fällt, der zollt ihnen seine Bewunderung gleichwie einem Engel, auf wen aber ihr erkältender Schatten sich niedersenkt, der verdammt sie gleich einem Teufel.

Gerecht zu wägen, ist aber die Aufgabe der Geschichte. Mohammed-Ahmed, der Sohn des Abdullah, eines armen, aber wackeren Schiffszimmermannes zu Dongola, wußte, wie die meisten, aus einfachen Verhältnissen hervorgegangenen Araber, selber nicht genau den Tag und das Jahr seiner Geburt. Vermutlich geschah sie 1848. Den Unterricht in den Anfangsgründen des Lesens und Schreibens der arabischen Sprache erteilte ihm zu Hause sein Vater selbst. Dieser starb jedoch früh, und zwar auf einer Reise von Dongola nach Chartüm, in dem, später durch die Schlacht vom 2. September 1898, berühmt gewordenen Orte Kerreri. Der verwaiste kleine Mohammed begab sich nach der Bestattung seines Vaters, aus uns unbekannten Gründen, nicht nach Dongola zurück, sondern blieb zu Kerreri, wo er aus eigenem Triebe als Schüler in eine niedere Quorän-Schule eintrat. Wer das Leben im Oriente kennt, weiß, daß sehr oft elternlose Kinder mit großer Selbständigkeit und, ohne Not zu leiden, ihr Leben dort zu fristen imstande sind. Sie schlafen, bei dem milden Klima, unbedeckt, in der Säulenhalle irgend einer Moschee und nähren sich bei ihrer Bedürfnislosigkeit unschwer von den Brosamen, welche von milder Herren Tische fallen; — zumal es religiöse Vorschrift für jeden mohammedanischen Haushalt ist, Speisereste nie bis zum nächsten Tage aufzuheben, sondern stets an die Armen zu verteilen. Ein Hemde, welches lange vorhält und eine alte Schechia, beides ausreichend zur Bekleidung, spendet hier und da eine freundliche Hand. Durch Fleiß und Frömmigkeit zeichnete sich der kleine, obdachlose Quorän-Schüler in Kerreri aus, und erwarb die Liebe seiner Lehrer.

Als er hier so weit gekommen war, daß er den Text der 114 Suren des Quorän auswendig konnte — (was bei sehr vielen Mohammedanern der Fall ist, ohne daß sie darum für Gelehrte sich halten) — begab er sich nach der Stadt Berber, um dort bei dem weisen Mohammed-el-Cherr die Auslegung jener Suren zum Zwecke der theologischen, wie juridischen Durchbildung, sich anzueignen. Auch hier zeichnete ihn aus ein be-149

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