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Zunächst, und vor allem, war es die schwerfällige Verbindung zwischen den beiden leitenden Zentren Chartüm und Kairo.
Nicht verband damals diese beiden Städte eine feste Linie ineinandergreifender Dampfschiffe und Schienenwege, welche heute es möglich macht, innerhalb 8 Tagen Personen, wie auch Güter, hinaufzuschaffen. Damals dauerte es ebensoviele Wochen.
Dieselbe lange Zeit liefen auch die Befehle ; während es heute möglich ist, innerhalb eines Tages Frage und Antwort zwischen diesen beiden Hauptstationen durch das Mittel des Telegraphen auszutauschen.
Diese 2034 Kilometer Entfernung von Kairo nach Chartüm, welche man noch nicht für den Personen- wie Gedanken -Verkehr abzukürzen verstand, bildeten das schwerste Hindernis gegen die Organisation einer befriedigenden Verwaltung im Sudan und vor allem gegen deren laufende Kontrolle.
So hat, nach Gordons 1 ) Bericht, seihst der Chedive, Ismael - pächa, geurteilt, da er ihn sagen hörte „That the great difficulty of governing the Soudan was the want of means of easy access. The Government was bad, hecause of the immunity which Governors enjoyed, owing to his — the Khedive — being unable to control them.“ In diesem Ausspruche des Herrschers liegt schon die Betonung des zweiten Hindernisses für einen befriedigenden Stand der Verwaltung im Sudan.
Es fehlte dort durchaus an tüchtigen und zuverlässigen Beamten.
Nicht alle Ägypter, die dafür zur Verfügung standen, waren von dem Schlage eines Mohammed-Aly und Ibrahim-pächa, welche Mut, Klugheit und ein redlicher Wille beseelten. Schon des Chedive eigner Sohn, welcher 1819 in diesen Ländern befehligte, Ismael, hatte das allerübelste Beispiel gegeben. Zu Schendy stellte er an den Schech Mohammed- el-Nimr, welcher über den weiten Bezirk zwischen Abü-Hamed und Abü-Harras gebot, die unsinnige Forderung, er solle Ismaels Barke, binnen 3 Tagen, mit Gold füllen und dazu ihm noch 2000 Sklaven stellen. Als der Schech erwiderte, in so kurzer Zeit sei das nicht ausführbar, hatte der junge Prinz, im Zorne auffahrend, den Greis mit seinem Pfeifenrohr in’s Gesicht geschlagen. Durch diese unerhörte Beleidigung aufgebracht, beschloß Mohammed -el-Nimr die Rache. Unter dem Vorwände, daß er schon im Voraus für die abzuliefernden Kamele Futter herb eischaffe, umgab er in Schendy das Wohnhaus des Paschas mit vielem Durra - Stroh, zündete dieses während der Nacht an, und verbrannte, in dem aufflammenden Hause, Ismael samt seinem Gefolge.
l ) The Journals of C. G. Gordon, C. B. Yol. I, pag. 107. Leipzig 1885.
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