Sudan Archive

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Zeit ausschließlich auf den Wasserweg angewiesen. Hier, auf dem Nile, verkehren regelmäßig zweimal wöchentlich ägyptische Postdampfer, welche im Anschlüsse an die aus Chartum herabkommenden Personenzüge, Sonntag wie Donnerstag abends 10 Uhr von Terofikije aufbrechen. Ein besonderes Expeditionsbureau am Lande haben diese Dampfer leider nicht. Erst nach vielem Hin- und Herfragen gelang es mir, einen Offizier auffindig zu machen, bei welchem man eine Kajüte im voraus belegen konnte. In der Regel werden die Fahrscheine erst an Bord gelöst, wo dann der Fall denkbar ist, daß man schlecht plaziert, oder wegen Überfüllung auch abgewiesen wird.

Außer den genannten Postdampfern fahren auf dieser Strecke noch Touristen-Schiffe verschiedener Gesellschaften, deren Fahrpreise aber sehr hoch sind, und deren Abfahrtszeiten wechseln. Die Preise auf dem Postdampfer sind mäßig. Man zahlt für den Weg von 363 Kilometern in den Kajüten Iter Klasse £ E 3, und außerdem für eine recht gute Verpflegung täglich noch 40 Piaster. Aber diese Postdampfer haben zwei Übelstände. Zunächst nehmen sie zwei auch wohl drei große Barken, besetzt mit Passagieren III ter Klasse, beurlaubten Soldaten und Frachtgütern im Schlepptau mit, wodurch ihre Fahrt sich sehr verlangsamt. Sodann gehören sie, nach einem abgeschlossenen Vertrage, wenn auch die Grenze des Sudan, gegen Ägypten hin, bereits einige Kilometer nördlich von Wadi-Halfa, etwa bei der Tempelruine von Abü-Simbel, sich hinzieht, dennoch zu dem Machtbereiche jener im ägyptischen Sudan geltenden Militär -Diktatur. Befindet sich nun, selbst nur in der Eigenschaft als Passagier, ein englischer Offizier an Bord, so ist dieser, kraft seiner Charge, der Kommandant des Schiffes. Das Steuer des Fahrzeuges, sowie die Mitreisenden, sind seinem Willen unterstellt. Er könnte z. B. irgendwo anhalten lassen, um Privatgeschäfte zu erledigen. Und ein Dritten durch solchen Zeitverlust zugefügter Schade würde auf dem Wege der Reklamation keinen Ausgleich finden können, da die Militär-Diktatur im ägyptischen Sudan Konsuln, das heißt doch so viel, als den Einblick und den Einspruch einer fremden Macht, auf ihrem Gebiete, grundsätzlich nicht zuläßt. Wer im ägyptischen Sudan Reisen unternimmt, muß sich von vorne herein darüber klar sein, daß er dieses lediglich auf seine eigene Verantwortung und seine eigene Gefahr hin tut, und daß, im Falle eines Konfliktes, die Macht seines Heimatlandes ihm kaum würde helfen können. Das Auftreten eines Fremden dort bedarf demnach eines ganz besonders sicheren Taktes! — Unser Dampfer „Toski“, welcher am Donnerstage abends Wadi-Halfa verlassen hatte, kam Sonnabend, den 14. März, nachmittags 3 Uhr, in Schelläl 1 ) an. Dieses ist der Landungsplatz für Assuan.

1 ) „Schelläl“ so viel als „Stromschnelle“.

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