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Hier bot sich uns zum Gruße gleich ein sehr niederschlagendes Bild.
Die, allen Freunden Ober-Agyptens bekannte, Insel Philae, welche Schellal gerade gegenüberliegt, dieses Juwel unter den Altertümern, zeigte sich der Vernichtung preisgegeben. Die Säulen des zierlichen Kiosks standen bis nahe an ihre Kapitale, und die Pylonen des Isistempels bis nahe an ihre Simse, und die Palmen, welche jene Heiligtümer umgeben, bis zu ihren Kronen im Wasser des Nils. Es ist dieses die Wirkung jenes unterhalb der Insel gezogenen Sperrdammes, welcher jetzt fertig gestellt und geschlossen, den Strom oberhalb aufstaut bis zu einer Höhe von 20 Metern. Die Insel Philae aber liegt im Bereiche dieser Stauwasser. Es ist sicher, daß, wenn nicht baldige Abhilfe geschafft wird, die Altertümer auf diesem Eilande nicht lange den zehrenden und zersetzenden Fluten werden Widerstand leisten können. Unterwaschen, wird es ihr Los sein, zusammenzustürzen! — ’) Um 3 Uhr in Schellal angelangt, mußten wir 2 V2 Stunde warten, bis ein Zug nach dem etwa 8 Kilometer entfernten Assuan abging. Wir mußten warten, umgeben von unseren Koffern, und ohne Schutz gegen die Sonne, vor einem kleinen Bahnhofsgebäude, welches nichts mehr, als eine Bretterbude war. Da dieser Zustand nun auf die Dauer unerträglich wurde, so suchten wir Zuflucht in einer der arabischen Kaffeebuden, welche sich rings um diese Baracke, Bahnhof genannt, angesiedelt haben.
Solche Einrichtungen sind gerade an diesem Platze, wo ein so starker Verkehr stattfindet, mehr als dürftig.
Endlich rief die kleine Glocke zum Abgänge des Zuges ! — Mit untergehender Sonne gelangten wir dann an in dem schönen, am östlichen Nilufer unterhalb des ersten Kataraktes, so anmutig gelegenen Luftkurorte Assuan. Zu unserer Überraschung fanden wir die größeren Hotels bereits geschlossen, nur die kleineren waren zugänglich, welche übrigens das ganze Jahr hindurch geöffnet bleiben. Die Saison gilt also, Mitte März, hier bereits für beendigt! — Ich mußte jedoch bleiben, um meine Leute und Zelte abzuwarten, welche mit einem Cookschen Frachtdampfer nachfolgten. Nicht ungern tat ich das, weil meine Tagebücher im Rückstände waren, der Ort von a ) Die ägyptische Regierung hat inzwischen, im Jahre 1903, <£, E 22 000 ausgeworfen, um durch Arbeiten unter dem Wasser, die Fundamente dieser Tempel zu verstärken. Und der Archäologe M. Edouard Naville äußert sich (im Journal de Geneve vom 17. Dezember 1903) durch den Erfolg dieser Aushesserungsarbeiten für befriedigt. Er schreibt: „Le monument est ä l’abri de toute degradation pour de longues annees, „et il ne semble pas que l’eau ait un effet fächeux sur la pierre, sauf peut-etre „dans quelques chambres, qui, n’ayant d’autre ouverture qu’une porte basse, con-„servent necessairement l’humidite et se couvrent de salpetre.
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