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Im eigenen Dampfer kamen die Herrschaften herüber, der Gen.-Gouverneur, seine Damen und das Gefolge. Das Ufer war für sie geebnet und mit Brettern belegt. Kommandierte Soldaten trugen die umfangreichen Gepäckstücke, wohl 100 Koffer, auf ihren Köpfen, einer hinter dem anderen schreitend, in den Zug. Andere Soldaten bildeten das Spalier auf dem Wege vom Nilufer bis zur Bahnhofstreppe hin. Auf den Stufen dieser Treppe stand das Offizier-Korps zur Verabschiedung. Nach diesen Vorbereitungen verließen die Herrschaften selbst den Dampfer, und schritten die so gebildete Straße entlang, die dargebrachten Huldigungen erwidernd. Auf dem Bahnstege begrüßte sie eine Militär- Kapelle, welche Fanfaren blies. Es war ein Pomp entwickelt, wie bei der Abreise eines Fürsten! — Am Nachmittage verließ ich selbst Chartüm in einem, wenigstens in der ersten Wagenklasse, nicht sehr stark besetzten Zuge. Der Ras Ahmed und die anderen Schiffsleute, welche mein Gepäck trugen, gaben mir das Geleit. Wir hatten fast 2 Wochen lang auf dem Blauen Nile mit diesen treuen Burschen zusammen gelebt. Ich schenkte ihnen für ihre Treue und Ausdauer, zum Schlüsse, noch 2 Pfund Strl. Nach ziemlich einförmiger und heißer Fahrt kamen wir Sonntag abend spät, gegen 10 Uhr, in Wädi-Halfa an. Für die Reisenden, welche gleich nach Assuan weiter befördert sein wollen, wartet hier am Nil-Ufer, einige 100 Schritte weit vom Bahnhofe, der ägyptische Postdampfer, welcher noch in derselben Nacht abfährt.
Ich beschloß in Wädi-Halfa zu bleiben, um das Eintreffen meines zweiten Dieners, der in einem Güterzuge folgte, samt dem größeren Gepäck und den Maultieren, abzuwarten. Das Grand Haifa Hotel (Besitzer Loiso, ein Grieche) nahm mich auf. Bei sehr mäßigen Leistungen, namentlich auf dem Gebiete der Küche, berechnet dieses Haus als Tagespreis 80 piaster — 20 3 /4 Franks.
Ich war der einzige Gast.
Dieser Stadtteil von Wädi-Halfa, welcher die Kopfstation des Schienenweges, den Landungsplatz der Dampfer, das Hotel und ein sich daranschließendes kleines Viertel von europäischer Bauart mit einigen Kaffeeschenken, Läden, Speisewirtschaften enthält, führt den Sondernamen Terofikije. Dann folgt stromaufwärts, in etwa zwei Kilometern Abstand, Haifa-Camp mit Werkstätten, Kasernen, Bureaus der Verwaltung und namentlich mit den trümmerhaften Resten jenes einst befestigten englischen Lagers, von welchem aus im Jahre 1896, General Kitchener seinen Vorstoß gegen die Mahdisten organisierte. Südwärts, dem Flußufer folgend, schließt sich an, in langer Linie, das nubische Dorf Wädi-Halfa, welches der ganzen Siedelung, von ca. 5000 Bewohnern, den Namen gegeben hat. Den Reisenden kann, außer der freundlichen und gesunden Lage des , Ortes, nichts weiter hier fesseln, als der Besuch des zweiten Nil-Kataraktes.
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