Sudan Archive

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Die Verwaltung des ägyptischen Sudan ist zur Zeit eine Militär-Diktatur 1 ), welche kein anderes Gesetz, als den eigenen Willen kennt. Es wurden mir von, in Chartüm ansässigen, Personen verschiedener Nationalität, deren Namen ich um ihrer selbst willen nicht nenne, Fälle mitgeteilt, in denen anderen Leuten, welche dazu in sehr dringenden Angelegenheiten zu reisen wünschten, dennoch Fahrscheine verweigert wurden, lediglich um deswillen, weil ein englischer General, oder sonstiger höherer Beamter, den ganzen Zug für sich zu belegen wünschte. Diese Herren reisen übrigens, wenn im Dienste, kostenlos, wenn in Privatangelegenheiten, für die Hälfte des Fahrpreises. Es war daher sehr verständig von dem Vertreter des Reisebureaus Th8 * Cook & Sohn in Chartüm, an welchen ich mich zum Zwecke der Beförderung meiner Person, meiner Leute und meines sehr umfangreichen Gepäckes gewandt hatte, daß derselbe mir empfahl, persönlich erst bei dem Bahnhofs-Inspektor anzufragen, ob am Sonnabend, den 7. März, mit dem Nachmittagszuge, um 3 Uhr, die Mitfahrt mir gestattet sein würde ; und das um so mehr, als an eben demselben Tage der Sirdar, Sir Reginald Wingate, mit Gefolge ebenfalls nach Cairo abzureisen gedachte. Der Bahnhof für Chartüm liegt höchst unbequem, jenseits des breiten Stromes, in der Vorstadt Halfaya.

Eine Fähre über den Fluß fehlt, auch sind Boote zum Vermieten nicht vorhanden. Man muß daher auf den Dampfer warten, welcher, von Omdurman kommend, am Post-Platze anhält. Mit ihm setzt man, im weiten Bogen eine Sandband umfahrend, über den Blauen Nil, welcher auf beiden Seiten etwa 50 Fuß hohe, steile Ufer hat. Hier gibt es aber, weder eine feste Landungsstelle, noch Treppenstufen. Man muß sehen, wie man vom Schiffe abspringt und dann hinaufklettert. Der Bahnhofs-Inspektor gab mir den Bescheid, daß am Nachmittage für andere Personen die Mitreise frei stehe, weil der Sirdar diesen Morgen schon um 11 Uhr, mittelst Extra-Zuges, abreisen werde. Da sein Eintreffen auf dem Bahnhofe nahe bevorstand, und die umfangreichen Zurüstungen meine Neugierde weckten, blieb ich, um die Abfahrt mit anzusehen.

b Ich muß bei dieser Behauptung bleiben, wenn auch die derzeitige Regierung des Sudan eine solche Bezeichnung ablehnt. Wir lesen in den Reports by His Majesty’s Agent für 1903, pag. 78, folgenden Satz; welcher schon durch seinen inneren Widerspruch merkwürdig ist.

„I have explained on former occasions that the Soudan cannoij, with any „degree of correctness, be said to be under a military Government, in the ordi-„nary acception of that term. The Government, in all its more important fea-„tures, is essentially civil, although the Governor-General and many of his principal „subordinates, are military officers. Der Bericht vergißt hinzuzusetzen: Aktive Offiziere, welche, auf allen Stufen, die Militär- mit der Zivil-Gewalt in ein und derselben Hand vereinigen. — Sclioenfeld, Erythriia. 9 129

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