Sudan Archive

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schlichten Angareb, auf dem der Feldherr und Prophet gestorben war, ihm das Grab, sein Leib wurde mit Wohlgerüchen übergossen, und dann, nach arabischer Sitte nur in ein Leinentuch gewickelt, von seinen Familiengenossen in Gegenwart der „Aschräf“, der Edlen des Volkes, hinabgesenkt. Der Menge aber ward verkündigt: „Der Mahdi ist entrückt (intaghäl.) zu einer Wanderschaft durch die Himmel!“ — Von den durch den Mahdi, nach dem Vorbilde des Stifters, des großen Mohammed, einst ernannten 4 Chalifen ergriff die Herrschaft der erste und begabteste unter ihnen, Ab du 11a hi. Er nahm nun den Titel an: „El-Mahdi“, — Chalifat-er-Rasül. — Dreiunddreißig Jahre alt, dunkelbraun von Hautfarbe und blatternarbig im Gesichte, von hoher Statur, hagerem, knochigem Körperbau und heller, weitreichender Stimme, ist er mäßig im Essen, und sein Lieblingstrank bleibt die Kamelsmilch. — Tätig und wachsam, verlangt er über alles Bericht, und fällt in allem persönlich die Entscheidung. Stolz und mißtrauisch etabliert er, abweichend von der Tendenz seines Vorgängers, ein Regiment der Furcht. Ein hartes Wort von seinen Lippen genügt, um Männer erzittern zu machen. Er liebt es, nach dem Mittagsgeh ete auszureiten mit großem Gefolge und unter Vorantritt seiner Leibwache, von 500 Mann, welche Remington-Gewehre tragen. Er selbst ist dabei gekleidet, wie ein Ritter, in Panzerhemd und Helm.

Nach des Tages Last sucht er Erheiterung durch die Musik, an welcher er Freude findet. Zu diesem Zwecke hält er sich eine schwarze Musikbande.

Uber dem Grabe des ersten Mahdi wurde alsbald, in bedeutsamen Formen, eine Kapelle errichtet. Auf quadratischem, festem Unterbau erhebt sich eine lang aufwärts gezogene Kuppel, steigend bis zu 80 Fuß Höhe. Es war die Absicht, man sollte weithin, drei volle Tagereisen, die Spitze dieses Bauwerkes, eines Wahrzeichens der Macht des Islam, sehen können. Und diese Spitze bestand aus einer großen, vergoldeten Lanze, deren Schaft drei goldene Kugeln umschlossen. Das Steinmaterial zu diesem stolzen Bau lieferte das Trümmerfeld von Chartüm.

Als die Arbeit beginnen sollte, schritt Abdullahi in eigener Person hinab zum Flußufer des Nils, hob einen Stein auf seine Schulter und trug ihn den weiten Weg hinauf bis zum Bauplatze. Die Aschräf folgten seinem Beispiele, und das Volk schloß sich in langen Reihen an, Männer wie Weiber. So arbeiteten die Leute an diesem Baue fort und fort, lediglich um einen Gotteslohn (minschan-Allah) ; einzig und allein der Werkmeister erhielt Bezahlung.

Der Katafalk, welcher unmittelbar über der Gruft unter der Kuppel aufgestellt wurde, bestand aus bemaltem Holze.

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