Sudan Archive

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lang, längs des Westufers des vereinigten Nils, sich hinstreckend, und gerade dort beginnend, wo der Weiße mit dem Blauen Flusse zusammenströmt. Der Querdurchschnitt aber dieser langhin am Flußufer gezogenen Häusermassen, landeinwärts gemessen, wird fünf Kilometer betragen.

Man kommt von Chartüm aus nach Omdurmän auf einem doppelten Wege. Entweder benutzen wir einen großen Passagierdampfer, der aber nur zweimal täglich vom Ufer des Postgebäudes in Chartüm abstoßend, nach 30 Minuten Fahrt in Omdurmän landet und ebenso oft wieder zurückkehrt ; oder auch eine Dampffähre. Diese stößt ah, in einer erheblichen Entfernung westlich von der Stadt, hei dem kleinen Negerdorfe Mügrin, und ist dann in 10 Minuten drüben in Omdurmän. Allstündlich geht sie hin und her, und die Frequenz auf ihr ist eine sehr starke. Nach dem Dorfe Mügrin aber ist von Chartüm aus ein Beitweg von 20 Minuten.

Ich wählte stets dieses letztere Beförderungsmittel, weil jene Dampffähre auch Tiere mitnimmt, und ich von meinem guten, abessynischen Maultiere, das schnellfüßiger und besser gesattelt, als die Beitesel in Omdurmän war, in dieser weitläufigen Stadt Gebrauch machen wollte. Kaum hat die Dampffähre dort vom hohen, mit Palmen besetzten Ufer abgestoßen, so kommt man an die Spitze jenes langgezogenen Dreiecks, Bäs - el - Chartüm — (d. h. Stirn des Elefantenrüssels) — , wo die beiden Ströme zusammenfließen. Das tiefblaue Wasser des Bahr-el-Azrak behauptet an dieser Stelle noch lange sein Becht neben den trüben, weiß-gelben Fluten des Bahr-el- Abjad. Hier erscheint der Blaue Nil auch als der breitere Strom.

Die Landungsstelle ist in Omdurmän ebenso unbequem, als die Abfahrtsstelle in Mügrin. Die Engländer haben durchaus nichts zu deren Verbesserung getan. Auch spotten die Unordnung und das Gedränge von Menschen und von Vieh beim Aus- und Einschiffen hier jeder Beschreibung, da eine durchgreifende Polizeiaufsicht fehlt.

An’s Land gesetzt, wo viele Esel zum Vermieten bereitstehen, die aber sämtlich ohne Steigbügel gesattelt sind, reitet man wohl vier Kilometer längs des Nilufers hin, ohne in die Stadt einbiegen zu können; weil diese auf der Wasserseite nur durch 4 Tore zugänglich ist.

Hier zeigt sich am Strande ein bewegtes Leben. Getreide aller Art, als Durra, Duchon, Mais, Weizen, Gerste, ist auf reinlichen Matten in großen Haufen aufgeschüttet, ebenso die faustgroßen Stücke des rosenfarbenen Gummis, dieses Hauptproduktes des nahen Kordofan. Männer, Frauen, Kinder bewegen sich zahlreich zwischendurch; Käufer und Verkäufer gehen hin und her; Barken, befrachtet, stoßen vom Ufer ab, leere steuern auf dasselbe zu und landen, um von jenen Produkten aufzunehmen. Nackte Kinder plätschern im Wasser, Frauen tragen Wäsche herbei, um sie zu reinigen; Männer, welche Kühlung suchen, tauchen ihre braunen, 119

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