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muskelkräftigen Körper in die frische Flut. Es ist ein sehr huntes und sehr fesselndes Bild ! — Durch das erste Tor in die Stadt einreitend, fällt uns zunächst die Farbe der Häuser auf. Es ist nicht jenes stumpfe Grau des getrockneten Nilschlammes, welches die daraus zusammengekneteten Häuser der Fellachendörfer verunziert, sondern ein Ockergelb, hinübergehend zu einem gesättigten Braun, ja selbst zu einem lebhaften Rot. Denn diese Häuser sind aufgeführt aus Erdwürfeln, enthoben dem nahen, festen Boden, welcher, zur Tiefe hinabsteigend, verschieden gefärbte Tonschichten aufweist. Dieses solide Material gibt den durchgehend einstöckigen und viereckig angelegten Häusern, neben der lebhaften Farbe auch schärfere und gefälligere Umrisse.
Es kann nicht Wunder nehmen, daß in Omdurmän ganze Stadtviertel heute leer stehen, wenn man die gegenwärtige Anzahl der Bewohner, von 50,000, mit der zu den Zeiten der Mahdia von 300,000 und darüber vergleicht. Doch, es sind in jenen verlassenen Vierteln die Häuser keineswegs Ruinen, sondern oft so gut erhalten, daß nur Fenster und Türen erneuert zu werden brauchten, um mit Behagen einzuziehen. Mein Weg ging zunächst zu einem deutschen Herrn, Pater Josef Ohrwalder, bekannt durch sein Werk „Aufstand und Reich des Mahdi“, Innsbruck 1892. Es mußte für mich von höchstem Interesse sein, einen Landsmann und Augenzeugen jener bewegten Zeiten hier am Orte kennen zu lernen.
Pater Ohrwalder bewohnt eines jener aufgegebenen Häuser, und zwar in demjenigen Quartiere, wo die Christenfamilien während der Kampfesjahre, als Gefangene zusammenwohnend, festgehalten wurden. Dieses Viertel, von einer besonderen Mauer umschlossen, ist nur durch ein einziges, niedriges Tor zugänglich.
Unterstützt von dreien geistlichen Brüdern, leitet der Priester die römisch-katholische Mission unter den heidnischen Schilluks, welche den Distrikt von Fashoda bewohnen. Dagegen, in Omdurmän selbst, beschäftigt ihn nur die Seelsorge an den wenigen hier wohnenden katholischen Christen. Den Eingeborenen gegenüber sind ihm hier die Hände gebunden. Denn jede Missionierung an den Moslimim, im Bereich des ägyptischen Sudan, hat die englische Regierung strengstens untersagt.
Pater Ohrwalder, noch rüstig und frischen Geistes, hatte die Gefälligkeit, in längerem Gespräch, auf alle meine Fragen bezüglich der Regierung des Mahdi, sowie seines Nachfolgers Abdullahi mir ausführliche Antwort zu geben. Dann führte er mich zu einem Herrn deutscher Abkunft, aber geboren in Petersburg, welcher seit zweien Jahren in Omdurmän lebt, aus Neigung zu dem historisch interessanten Orte, zu dem guten Klima und der sudänischen Bevölkerung.
Es war eine originelle Wirtschaft, in welche ich hier eintrat. Eine 120