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während der Nachtstunden die Tränkrinnen rings um die Brunnen mit Wasser zu füllen, kommen an unser Zelt mit der Bitte um Entlehnung eines Kochgeschirres. Sie erzählen dabei meinen Leuten, daß sie oftmals des Nachts Löwen an ihren Tränkrinnen saufen sahen, während sie sich dann versteckt hielten. Das gab nun große Aufregung unter den Burschen, und wir brachen deshalb noch vor Mitternacht von diesem Platze auf, um zunächst mit Hilfe von Laternenlicht weiter zu marschieren. Um 10 Uhr des Morgens kamen wir hart an einem großen Prairiebrande vorbei. Das Feuer fraß mit Gewalt weiter. Dicke Rauchwolken rollten, vom Winde getrieben, über die aufzüngelnden Flammen hin. Das Wild flüchtete sich in Angst, und Vögel, welche ihre Nester zerstört sahen, schossen kreischend durch den Qualm.
Zum Feuer im Sudan sollte sich an diesem Sonntage noch das Schwert gesellen. Die Beduinen, welche meine Kamele führten, zeigten sich seit dem Morgen widerspenstig. Sie waren langsam im Aufpacken; sie wollten, statt die Tiere am Stricke zu leiten, und so deren Tritt zu beschleunigen, auf ihnen reiten ; sie wollten über Mittag länger rasten, als gestattet wurde sie wollten des Nachmittags vor der Zeit Feierabend machen. Da bricht bei Hassan der aufgesammelte Groll los. Es kommt zu heftigen Drohworten. Der Beduine zieht sein breites Schwert, Hassan reißt den Revolver von der Hüfte. Da werfe ich mich dazwischen, um ein Unglück zu verhüten. Der Beduine beugt sich nun vor meiner Autorität. Er wirft sich zu Boden, macht mit seiner rechten Hand die Bewegung des Schneidens über seinen Hals, indem er das Wort „ras“ — Kopf — ausstößt. Er will seinen Kopf mir geben zum Entgelt für seinen Ungehorsam! Auf meinen Befehl marschiert die Karawane nun weiter, und wir schlagen erst abends 5 Uhr unsere Zelte auf in einem Wäldchen von Gummibäumen, etwa einen Kilometer westlich von Ain-el-Lueiga. Der Aufbruch erfolgt sodann um 6 Uhr früh mit der Sonne. Die Gegend wird parkartig. Manche dieser Baumgruppen würde eine beneidenswerte Zierde unserer vornehmsten heimischen Gärten bilden. Namentlich der Baum Talli, von welchem der weniger wertvolle Gummi gewonnen wird, mit seiner kupferbraunen Rinde, seiner hellgrünen Belaubung, seinen silberglänzenden Stacheln, seiner breitausgreifenden, schirmartigen Krone, sieht ganz vorzüglich aus. Dann wird die Gegend wieder steriler, und der Gindastrauch, das Zeichen eines verarmten Bodens, tritt auf. Der Karawane, begleitet von zweien Dienern, im Trabe vorangeritten, komme ich, um zehn Uhr morgens, in Cherif-Yaküb an. Der Ort liegt am rechten Ufer des Rähat, eines Zuflusses des Blauen Nils, und ist das erste größere Negerdorf im Sudan, welches ich betrete. Wie in allen diesen Niederlassungen, befindet sich auch an seinem 100