Sudan Archive

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morgens, erreichen wir bei El-Fau die gesuchten Brunnen. Die 144 Kilometer wasserlosen Weges liegen hinter uns!

Will man die Formation dieser Gegend beschreiben, so muß man vor allem die beiden Ketten niedriger Felsenzacken ins Auge fassen, welche, die eine bei Mutra-Mela, die andere bei El-Fau, vorüberstreichen. Jene heißt der Djebel-Um-Qürüd, dieser der Djebel-Aräng. Nach meinem Dafürhalten kann man dieselben gar nicht anders auffassen, als noch auftauchende Parallelen zu jenem Djebel-Kassala. Demnach ständen sie im Zusammenhänge noch mit der Formation des abessynischen Hochlandes. Dafür sprechen außer ihrer Gestalt, auch das Gestein und die übereinstimmende Vegetation. Denn auf ihren Terrassen findet sich wieder der Affenbrotbaum (Adansonia), welcher in der dazwischenliegenden Ebene völlig verschwunden war.

Diese Ebene ist von einer Schicht schweren Lehmbodens überzogen.

Charakteristisch für sie ist eine Unzahl von Schnecken, welche man überall, und namentlich unter den Büschen, zerstreut findet. Es gibt unter ihnen verschiedene Formen, doch am häufigsten sind die fingerlangen und fingerdicken, spiralförmig gewundenen, von fester Struktur. Die Ebene ist baumlos, nur von niedrigem Buschwerk überzogen und dann besetzt mit jenem überreifen, mannshohen Grase, welches in weißgelben Büscheln aufrechtsteht. Dieses ist das kostenlose Material, aus welchem die Eingeborenen ihre Tukül und ihre Requben überaus geschickt und sauber herzustellen verstehen. Außerdem ist dasselbe gerade in diesem trockenen Zustande, ein von Kamelen, Eseln und dem Kleinvieh sehr gesuchtes Futter. Was müßte dieser dunkle, schwere Lehmboden, welchen noch keine Kulturarbeit berührte, unter dem Pfluge eintragen! Die beiden Brunnen von El-Fau — (der bessere ist mit unbehauenen Steinen ausgesetzt) — werden um die Mittagszeit auch von Hirten besucht. Aber sie treiben nur Kleinvieh heran, als Schafe und Ziegen neben einigen wenigen Rindern. Sämtliche Tiere sind von schlechter Rasse und dürftig ernährt. Wie anders war das in Erythräa!

Ich kaufte diesen Beduinen ein Schaf ab. Es kostete 7 V2 Franks. Meinen Leuten, welche so tapfer marschiert waren, wollte ich ein Fest geben.

Aber zur Nacht können wir hier, an diesem Platze, nicht bleiben. Der benachbarte Djebel-Arang wimmelt voller großer Paviane (Cynocephalus babuin), und Hyänen zeigen sich offen. Sie sehen von den' Felsenterrassen herab zu, wie die Hadenda unser Schaf abhäuten und zerlegen.

Diese Raubtiere pflegen des Nachts die Brunnen aufzusuchen. Darum werden, bei Einbruch der Nacht, diese Plätze von den Karawanen gerne geräumt.

Einige arme Negerweiber , denen das mühevolle Geschäft oblag, 7 * 99

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