Sudan Archive

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hier denken an jene alten Seekönige aus der Zeit der Wikingerfahrten.

Diese hatten auch den Schwur getan, so lange sie ihre Scharen führten, niemals das Trinkhorn unter einem festen Dache zu leeren, und niemals ihre Wunden vor Beendigung der Schlacht zu verbinden.

Rudolf, Ritter von Slatin-Pächa bekleidet den Rang eines Generalmajors in der ägyptischen Armee, und übt zur Zeit die Funktionen eines Generalinspekteurs im Sudan aus. ') Auch Oberst Henry verließ, in ähnlichem Aufzuge, am nächsten Tage die Stadt, sich gleichfalls an meinem Zelte verabschiedend.

Gadäref ist der Name eines leicht gewellten Hügellandes von sehr humusreicher Erdkrume, auf welchem ein fleißiger Acker- und Gartenbau betrieben wird. Gesundes Klima und eine sehr günstige geographische Lage erhöhen seinen Wert. Der in dieser Oase gelegene Marktflecken scheint in früherer Zeit den Namen „Süq-Abü-Sinn“ geführt zu haben.

Dieses dann ohne Zweifel nach dem einstmals hier lebenden Schech „Abü-sinn“ (das heißt Vater des Zahnes) aus dem Araberstamme der Schukuriyeh, welcher, ein 80jähriger Greis, den englischen Reisenden Sir Samuel Baker (1861) noch durch seine Schönheit und seine Körperkraft entzückte. Doch heute hört man solche Bezeichnung des Marktfleckens nur noch sehr selten; gleich der Landschaft nennt man ihn „Gadäref“. Während der Kriege der Mahdia hatte Gadäref eine ständige Besatzung der Derwische in Höhe von zirka 4000 Mann, deren tapferer Anführer in den letzten Jahren Ahmed-el-Fadil, ein Vetter des Chalifen Abdullahi war. Nach dem Verluste der Schlacht vom 22. September 1898, geschlagen in derselben Gegend, wo jetzt meine Zelte standen, mußte Fadil den Platz an den Sieger, den englischen Obersten Parsons überlassen.

Gadärefs Einwohnerzahl wurde mir angegeben auf 1500, seine Garnison auf 50 berittene Gendarmen. Der kleine Ort macht trotz seiner farblos grauen, einstöckigen, aus Luftziegeln konstruierten Häuser immerhin einen besseren Eindruck, als Kassala; auch war hier der Markt weit lebhafter beschickt. 2 ) Neben reichlichem Getreide, als Durra und Duchon, verschiedenen Gemüsearten und Früchten, fand sich, zu großen Haufen aufgeschüttet, auch Gummi, und zwar in zweien Sorten. Der bessere, rosenrot gefärbt, durchsichtig und in größeren Stücken sich findend, kommt von der Acacia triacantha, arabisch Hashäb. Er wurde auf dem Markte bezahlt, 40 Kilo mit 36 Piastern, gleich 9y2 Franks. Der geringere, kleinkörnig und wenig durchsichtig, herstammend von dem Strauche, welchen 9 Inzwischen ist er englischerseits zum Baronet ernannt, uncl wird in den „Reports of Egypt and the Soudan in 1903, London“ als „Sir Rudolph von Slatin“ aufgeführt.

2 ) Yor der Zeit der Mahdia hatte Süq-Abü-Sinn 2—3000 ständige Einwohner, und an den Markttagen sammelten sich dort bis zu 15 000 Menschen. Dr. Wilh. Junker „Im Sudan“, pag. 139. Leipzig.

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