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um einen ihnen eigentümlichen Tanz, oder ein Gefecht, oder die mimische Darstellung einer Liebesszene uns vorzuführen. Es waren Leute aus Där-För und aus Cordofan; Dinka vom Weißen Nil; Bongo vom Gazellenflusse; Schilluk aus der Gegend von Fashoda; Borgu aus dem östlichen, und Fellata aus dem westlichen Wadai; ebenso Maualid, das heißt Mischlinge. Die große Bewegung der „Mahdia“ hatte sie einst hierher verschlagen, und, nach Abebbung jener Zeit, hier sitzen lassen. Ehemalige Krieger, lebten sie jetzt als Viehzüchter, oder als Korbflechter, oder als Gärtner, und führten uns, aus der Rückerinnerung, ein Stück ihrer fernen Heimat vor. Wir schritten von Gruppe zu Gruppe, welche jede um ein Feuer sich gelagert hatte. Bei unserem Nahen erhoben sich die Leute. Unsere 20 Laternenträger umstellten den Platz, hielten ihre Laternen in die Höhe, und gaben auf diese Weise der kleinen Bühne die erforderliche Beleuchtung. In dieser Art bot sich uns, auf die allerbequemste Weise, eine Kette fesselnder Vorgänge dar. Ganz neu war für mich folgende Darstellung. Ein junger Mann stand in der Mitte eines Kreises, seinen rechten Arm mit geballter Faust frei gen Himmel gestreckt, die linke Hand fest an den Gürtel gebunden. Ein Kamerad umtanzte ihn, in der Hand eine schwere Nilpferdpeitsche.
Diese ließ er dreimal mit wuchtigstem Schlage auf des anderen nackten Rücken niederfallen. Es muß das ein furchtbarer Schmerz gewesen sein. Aber keinen Laut hörte man. Wie ein Bild, aus Erz gegossen, stand der Jüngling da, kaum ein leises Erbeben der Muskeln war bemerkbar. Zur größten Schande bei seinem ganzen Stamme würde es ihm gereicht haben, wollte er seinen Schmerz hier zeigen.
„Dieses ist das Material, aus dem die Heere der Derwische sich einst zusammensetzten!“ sagte mir Slatin-Pächa. „Ein unbezwingliches Material,“ setzte er hinzu, „wenn militärische Durchbildung und genügende Bewaffnung ihm zuteil würden!“ Als diese Reihe von Vorstellungen beendigt war, trat eine Deputation der Kaufleute an uns heran, und lud ein zum Eintritt in eine geschmückte und wohlerleuchtete kleine Halle. Hier nahmen wir auf einem Divan Platz und schlürften den gereichten Kaffee. Dann erschienen 2 arabische Tänzerinnen, welche einen mimischen Tanz, aber in durchaus dezenter Haltung, aufführten.
Mit diesen Schlußszenen war die Fantasia beendigt, und das Offizierkorps, sowie die 20 Laternenträger, geleiteten uns nun heimwärts, mich in mein Zelt, und dann die entfernter wohnenden Würdenträger Slatin-Pächa und Oberst Henry in ihre Quartiere. Am Montag Nachmittage hatte ich die erbetene längere Unterredung mit Slatin über das dereinstige Reich der Mahdia, sowie über die gegenwärtige 93