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Beide Herren wohnten, getrennt voneinander, in den dürftigsten Quartieren ruinenhafter Ziegelbauten, welche noch aus der Zeit der Derwische stammten, und denen nur der Zahn der Zeit, aber keine bessernde Menschenhand seitdem sich genaht hatte.
Mit Oberst Henry, dpr stark beschäftigt war, tauschte ich nur eine kurze Begrüßung aus. Slatin hielt mich fester, und sagte mir bereitwilligst für den morgenden Tag eine längere Unterredung zu. Ein gemütlicher Ostreicher, schlicht, untersetzt und blond, in niedergetretenen Schuhen und bequemster Haustracht. Wir waren ja halb und halb in der Wüste. Augenscheinlich war er erfreut, in seiner Muttersprache, ein Gespräch mit einem gebildeten Landsmanne führen zu können.
Als ich noch auf diesem Besuchswege mich befand, erhielt ich eine Einladung zum Abendessen von seiten des Majors Ramzi-Bey-Takir, der hier, mit seinem Amtssitze in Gadäref, die Stelle eines Subinspekteurs über die Provinz To -Ivär bekleidet. Gebürtig aus Stambul, und dort erzogen, machte der Offizier den Eindruck eines feingebildeten Mannes.
Dieser Herr gab, als der Kommandant des Platzes, jenen beiden durchreisenden Standespersonen ein Fest, und lud mich auch zu demselben. Es konnte sich das nicht günstiger für mich treffen ! Slatin-Pächa und Oberst Henry holten gemeinsam, um 8 Uhr abends, in meinem Zelte mich ab. Unter Vorantritt von Laternenträgern begaben wir uns zu dem Festplatze.
Vor des Majors Hause, dem ansehnlichsten des Städtchens, war ein Viereck durch venetianische Masten umgrenzt. Wimpel wehten von ihnen herab und Palmenzweige schlangen sich von Mast zu Mast. In den so geformten Bogen hingen brennende Laternen. Das war unser Festsaal, zu welchem der gestirnte Himmel die Kuppel wölbte.
In des Saales Mitte stand die gedeckte Tafel. Wir hatten also die Aussicht, in herrlicher Abendkühle zu speisen. Mir wurde mein Platz in der Mitte der einen Langseite angewiesen, gegenüber dem Gastgeber, welcher seinerseits Slatin und Henry zu Nachbaren hatte. Die übrigen acht Teilnehmer waren englische und ägyptische Offiziere. Das Mahl war den Umständen nach ein sehr reichliches. Die gut zubereiteten Speisen wurden geschmackvoll serviert. Die Reihe der dazu gereichten, leichten Weine schloß mit einem Glase Sekt. Die Unterhaltung wurde ausschließlich in englischer Sprache geführt, da ich wohl viele ägyptische, aber sehr wenige englische Offiziere hier angetroffen habe, welche des Französischen mächtig waren. Nachdem die Tafel aufgehoben war, begaben wir uns unter Vorantritt von 20 Laternenträgern auf den Markt, wo eine sogenannte „Fantasia“ uns zu Ehren durch den Major veranstaltet worden war.
In zwölf Gruppen abgesondert, standen Neger und Negerinnen bereit, 92