Sudan Archive

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J KAPITEL XV.

Yon El-Fasher bis Gadäref.

El-Fasher ist noch als eine Ortschaft auf älteren Karten verzeichnet. Heute findet sich von ihr kein Haus mehr. Wie der Ort den Derwischen seine Entstehung verdankte, so ist er auch mit ihnen verschwunden. Der leere Fleck liegt am östlichen Ufer des Atbara, welchen Fluß die Araber auch Bar-el-Aswad, das heißt den „schwarzen“, nennen. Er umschließt die Insel Meroe von Osten her, und ergießt sich, nach Verfolgung eines Weges von 890 Kilometern, bei Ed-Damer, etwas südlich von Berber, in den Nil, welcher von diesem Punkte ab, keinen Nebenfluß mehr aufnehmend, den Weg von 2000 Kilometern Länge bis zu seiner Mündung einsam zurücklegt. Wir trafen in El-Fasher schon um 1 Uhr des Nachts ein. Vom Ufer des Atbara her leuchtete uns eine Kette von Feuern entgegen, lagernden Karawanen zugehörend, welche aus dem Sudan hergekommen waren. Eine derselben führte in größerer Anzahl Giraffen mit sich, bestimmt zur Verladung, in Sauäkin, nach Europa, um dort dann irgendwo einen der zoologischen Gärten zu schmücken.

In einem Wäldchen von Acacia triacantha, dem geschätzten Gummibaume, von den Arabern „Hashäb“ genannt, ließ ich unsere Zelte aufschlagen, hart am Ufer des Atbara. Wir hätten, unserem Kräftebestand entsprechend, noch weiter marschieren können; indessen, da jener Fluß, kein trockenes Bette, wie die meisten anderen, vielmehr mit vollem Wasser dahinströmt, so getrauten meine Leute es sich nicht, ihn des Nachts zu überschreiten.

Den kommenden Vormittag verwendete ich zur Ausfüllung meiner Tagebücher. Dann ging ich, um im Atbara ein Bad zu nehmen. Von Massäua ab hatte jede Gelegenheit dazu gefehlt, und Schweiß und Staub waren doch genug angesammelt.

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