Sudan Archive

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Ich befahl den Weitermarsch bis 2 Uhr. Als der erste Morgenhauch über die Ebene strich, ward es bitter kalt. Das Thermometer zeigte nur 6 Grad -|-R. Meine leicht bekleideten braunen Jungen froren. Was sie nur an Stoff besaßen, zogen sie fest um ihre nackten Schultern und Schenkel.

Da schwenkten wir auf einen freien Platz ein. Feuer wurde rasch entzündet, um welches sich alles drängte. Dann erscholl das Kommando: „Die Zelte aufgeschlagen!“ Und es war gegen 4 Uhr des Morgens, als Mursi, der Koch, mir heißen, sehr willkommenen Tliee in mein Zelt brachte. Zwei wollene Decken waren in dieser Nacht auf dem Bette notwendig. Aber die Halanga, wie auch meine Kameltreiber, die Beni-Amr, schliefen draußen auf der nackten Erde, und nichts weiter, als jene zwei Baumwollenstreifen bildeten die Bettstücke ihres Lagers. O, ihr beneidenswerten, abgehärteten Kinder der Natur!

Um 9 Uhr des Morgens stand ich gestärkt auf und stieß die beiden Wolldecken von mir; denn die Sonne Afrikas hatte bereits ihre Arbeit begonnen. 26 Grad -|-R. zeigte das Thermometer schon im Schatten.

Trotz dieser schroffen Übergänge in den Wärmegraden tritt Erkältung hier nur selten ein. Ausgenommen zwei Anfälle von Dysenterie, die ich mit Opiumtropfen wirksam bekämpfte, war der Gesundheitszustand meiner Leute stets ein guter. Ich hielt streng darauf, nach Professor Schweinfurths in Kairo mir mitgegebener Ermahnung, daß nie anderes, als abgekochtes Wasser, getrunken wurde. Und wunderbar kühl und frisch hielt sich dieser Trank in dem mitgeführten Lederschlauche, selbst wenn dieser auf dem Kamelrücken stundenlang, direkt den Sonnenstrahlen ausgesetzt, gehangen hatte. Die nun folgenden Tagesstunden verbrachte ich im Zelte mit Arbeit. Dann brachen wir gegen 5 Uhr des Abends auf. Unser nächstes Ziel war El-Fasher. Der Weg dorthin soll 35 Kilometer betragen.

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