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so kräftig ausschritten, das Spiel ihrer vollen Muskeln, ein Schaustück, welches das Auge eines Bildhauers entzückt hätte. Der Mond war aufgegangen und beleuchtete die Steppe, deren flache Eintönigkeit nur Mimosengebüsch unterbrach, welchem dazu, um diese Jahreszeit, das Laub fehlte. Indessen der Schimmer des Mondlichtes gab allen diesen einfachen Gegenständen umher einen so weichen, märchenhaften Glanz, daß man sich nicht satt daran sehen konnte. Es marschierte sich vortrefflich, zumal das Thermometer bis auf 15 Grad -|-R. gesunken war, und der sehr erfrischende Hauch der Nacht uns umwehte.
Hinter mir schritten die fünf hochbepackten Kamele, lautlos mit ihren weichen Hufen den Staub der Steppe tretend, ebenso die Begleitmannschaften, welche, mit Ausnahme meiner beiden Privatdiener, keine Schuhe trugen.
In der Regel saß ich drei Stunden hintereinander im Sattel, dann stieg ich ab, die Zügel einem der Halanga zuwerfend, welcher das Tier dann weiterführte. Es war ein Genuß, nach dem anhaltenden Sitzen, nun eine Stunde lang zu Fuß gehen zu können, und mit den Leuten über die mancherlei Dinge zu plaudern, welche am Wegrande sich zeigten. Doch war dieses eigentlich kein Weg! Zwischen den Mimosensträuchern wand man sich ohne Merkmal hin und her. Verloren ist, wer ohne einen kundigen Fuß hier schreitet. Aber meine Halanga besannen sich keinen Augenblick. Sie schritten sicher aus, wie auf einer europäischen Chaussee mit Wegweiser und Kilometersteinen.
Zwischen dem Mimosengebüsch stand abgestorbenes, hellgelbes . Gras, in mannshohen Halmen, welche die Köpfe erdwärts neigten. Es war anzuschauen, wie daheim ein ährenschweres, überreifes Getreidefeld, welches nach dem Schnitter ruft! — Jedoch am Tage, wie glühend und wie blendend mußte dann wohl die Sonne auf diesen strohgelben, weiten Flächen liegen, welche das eingesogene Licht dann zwiefach verstärkt zurückwerfen. Der Gedanke, dieser Pein entgangen zu sein, steigerte den Genuß der Nachtfahrt.
Die Hauptstationen auf der Linie zwischen Kassala und Gadäref sind: El-Mallawiya, El-Fasher, Shagerab, Mogatta, Wäd-Käbu. Und die gesamte Entfernung soll, nach Angabe der englischen Offiziere, 192 Kilometer betragen. Doch, es beruht diese Abschätzung, wie mir freimütig eingestanden wurde, lediglich auf der Addition der mit einem Reitkamele zurückgelegten Wegstunden. Nun ist es aber bekannt, wie es Kamele von sehr verschiedener Schnelligkeit gibt, und, daß auch ein und dasselbe Tier keineswegs immer denselben Schritt beibehält. Ich muß jene Ziffer für zu gering gegriffen halten.
Es war Mitternacht vorüber, als wir die erste jener Stationen, El-Mallawiya, passierten, keine Ortschaft, sondern nur ein Brunnen.
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