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Der nördlichste führt in ziemlich gerader Richtung über Qöz-Rajeb, Abü-Delek und Halfaya. Er wurde im Jahre 1861 von v. Beurmann beschritten. Dieser Weg hat den Vorzug der Kürze, und den Nachteil großer Wasserarmut. Man muß streckenweise für zehn Tage Wasservorrat mitnehmen.
Der mittlere geht über Osobri, Rera, Cheli, und stößt auf den Blauen Nil bei Kamlin. Er ist nicht so wasserarm wie jener, führt aber durch interesselose Steppe. Diese Route ging 1841 der deutsche Forschungsreisende Ferdinand Werne, 1 ) welcher sich der dritten Expedition für den Sudan, veranstaltet durch den ägyptischen Herrscher Mohammed -Aly, angeschlossen hatte. Der südlichste folgt dem Laufe des Atbara, wendet sich zur interessanten Oase Gadäref, läuft dann scharf westlich, erreicht den Rähat-Fluß bei A'in-el-Lueiga, überschreitet diesen und trifft bei Wäd-Medani auf den Blauen Nil. Diesen hinabfahrend, gelangt man dann bis Chartüm. Das war die Route, welcher im wesentlichen Dr. Wilh. Junker im Jahre 1875 folgte. Auch ich entschied mich für dieselbe, obwohl sie die längste ist.
Kassala hatte ich am 10. Februar, des Abends 6 Uhr, verlassen. Ein heftiger Staubsturm gab uns noch einige Kilometer weit das Geleit. Da meinem Zuge von der Regierung „Asker“ nicht beigegeben waren, wie früher, welche an der Spitze reitend, zugleich die Wegerichtung angab en, so taten dieses jetzt die drei von mir in Kassala angeworbenen Halanga. Es sind das Zugehörige eines Araberstammes, der, rings um Kassala wohnend, von vorzüglichem Körperbau, aber von sehr dunkler Hautfarbe ist, weil er eine starke Blutmischung mit Negern einging. Meine Halanga nannten sich Osman, Mohammed und Ahmed. Schulter an Schulter meinem Maultiere voranschreitend, trugen sie keine anderen Waffen, als Lanzen.
Ihre Kleidung war überaus einfach, indem dieselbe lediglich aus zwei Stücken weißen Baumwollenstoffes bestand. Das kleinere, von der Größe eines Handtuches, wanden sie, nachdem sie es spiralförmig gedreht hatten, um den glattgeschorenen Kopf als Turban; das größere, einem Plaid von mittlerer Größe gleich, schlangen sie um die Hüften, und, wenn es kühl wurde, auch um die Schultern. Jedoch die Mannigfaltigkeit der Drapierung, welche sie diesem Stoffe zu geben verstanden, war groß. Täglich war der Faltenwurf ein neuer und ein meist überraschend gefälliger. Eine wirkliche Tracht, um welche der Schneider sich kein Verdienst erworben hatte.
In der Regel ließen sie den Oberkörper völlig nackt. Von gleicher Größe, und in der Jugendfrische von etwa zwanzig Jahren, bot, wenn sie 0 Die Gebrüder Ferdinand (Jurist) und Joseph (Arzt) Werne, gebürtig aus Westfalen, traten 1840 in ägyptische Dienste und gingen nach dem Sudan. — Ferdinand Werne veröffentlichte seine, in geographischer, wie kulturhistorischer Beziehung wertvollen, Beobachtungen. Cf. u. a. „Beiträge zur Kunde des Innern von Afrika“. Stuttgart 1860.
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