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34 Dritter Theil. Wissenschaftliche Resultate.
gefundenen Drucken vergleicht, so kommen Höhenzahlen, die sich den wahren schon viel mehr annähern, weil dieser Ort mit Hartüm schon viel näher auf derselben Isobare liegt (im Februar sogar genau auf derselben). Alle diese Umstände sind schon von J. Hann (Geogr. Mitth. 1872, S. 432) gelegentlich von Schweinfurth’s Höhenmessungen erörtert und mittelst Buchan’s Tafeln die Höhe von Hartüm aus Russegger’s Beobachtungen zu 402 m, also mit dem Nivellement sehr nahe übereinstimmend gefunden worden. Messungen mit einem nicht dauernd controlirten Aneroid können natürlich den Luftdruck nie so richtig ergeben, wie ein gutes Quecksilberbarometer, daher die etwas grösseren Abweichungen der Resultate von Schweinfurth’s Messungen (l.c. undZeitschr. d. Berliner Ges. für Erkunde, VIII, S. 233). Ich habe durch die Einsicht in Russegger’s Original-Beob achtungsjournal eine so hohe Überzeugung von der Richtig keit seiner Zahlen gewonnen, dass ich sogar eine Correction des Verlaufs der Isobaren in jenem Theil von Afrika auf Grund dieser Zahlen für angezeigt halte, da Buchan die selben nicht benutzt zu haben scheint ; wenigstens führt er sie nicht in seinem Quellenverzeichniss auf. Peney’s Zahlen (Bull, de la soc. de géogr. de Paris, 4me sér., Vol. 20, p. 284) sind vor Allem nicht wegen der Temperatur corrigirt, bleiben aber auch nach Anbringung dieser Correction noch aus un bekannten Ursachen um 2 — 3 mm zu hoch.
Ich lege als Seehöhe von Russegger’s Beobachtungsort in Hartüm die Zahl 385 m zu Grunde. Die nächste Auf gabe ist, hiernach die relative Erhebung von Karkög zu bestimmen, indem für diejenigen Monate, in denen sowohl Russegger, als de Pruyssenaere beobachtet haben, die oben angegebenen mittleren Barometerstände verglichen werden. Man findet dann im März 47.1 m, im August 26.1, im September 27.7. Der April würde gar keine Höhendifferenz geben, doch ist er der wechselvollste Monat und die Beob achtungen darin am spärlichsten, weshalb er nicht in Rech nung gezogen ist. Von obigen Zahlen ist das Mittel = 33.6. Man findet nun aus den April-Beobachtungen in Karkö£ und Rosaires diesen Ort 32 m über Karkög, und aus dem Vergleich der Januar-Beobachtungen in Sennär mit den im Februar in Karkög, letzteren Ort nur 4.5 m über Sennär, also Rosaires = 36.5 m über Sennär und 70 m über Hartüm, während Russegger’s Beobachtungen 69 m für Rosaires über Hartüm und 25 m für die Differenz zwischen Rosaires und Sennär geben. Da nun Russegger’s Beobach tungen ohne alle Zweifel den Vorzug verdienen, zumal sie in Sennär sowohl, als in Rosaires in viel grösserer Anzahl angestellt sind, so nehme ich für beide Orte seine Zahlen (die von Kreil abgeleiteten Zahlen für Rosaires und die weiteren Orte, 1. c. S. 385 unten, sind mit einem Rechen fehler behaftet) und setze Sennär in 429 m, Rosaires in 454 m und Karkö£ in 437 m, also 52 m über Hartüm. (Da ich die August- und September - Beobachtungen de Pruyssenaere’s für zuverlässiger halten muss, als die im Februar und März angestellten, so ist die Abweichung von etwa 25 m wahrscheinlich dadurch zu erklären, dass der Siedepunkt des Hypsometers mit der Zeit etwas hinauf gerückt war, wie es meist bei diesen Instrumenten einzu treten pflegt.) Pruyssenaere’s Beobachtungspunkt „unter den Baobab’s beim Diwan” in dem auf und zwischen Hügeln gelegenen Rosaires kann wohl 32 m über Karkög, also in 462 m und 8 m über dem Punkt Russegger’s gelegen haben. Ich finde weiter die Differenz Rosaires - Famaka = 16 m, Rosaires zum Lager am G. Aqaro = 171 m und von Aqaro zum Tumat-Ufer unter dem G. Qasan 21 m, wonach wird: Famaka = 478 m, Aqaro (Fuss) = 633 m und Tumât bei Qasan = 653 m, während Russ egger’s Differenzen ergeben: Fazoql (gegenüber Famaka) = 497 m, Fuss des Aqaro = 676 m, Lager gegenüber dem Qasan = 687 m. Die Unterschiede können theilweise durch die Verschiedenheit der Lagerplätze bedingt sein.
Von grösserer Wichtigkeit sind folgende Bestimmungen. Aus den Februar - Beobachtungen ergiebt sich die Höhen differenz zwischen Dorf Qerebin und Karkö£ = 67 m (4 Beobachtungen), zwischen Karkög und dem Dorf am Ó. Rörö — 88 m (2 Beobachtungen); Karkög und H. Idris am Ó. Gule = 85 m (16 Beobachtungen). Ferner liegt letzteres Dorf 32 m über dem Dorf am Hör Dolöb und das Dorf Ulu 41 m tiefer als H. Idris. Also: Dorf Qerebin = 504 m ,, • -am Rörö = 525 H. Idris = 520 Hör Dolöb = 488 Dorf Ulu = 477. Wenn man die je 3 Ablesungen für El-Hameg am debel Möye und für das Dorf am Saqati mit Russegger’s Zahl für Juni in Hartüm berechnet, so findet sich ersterer Ort 58 m, letzterer 70 m höher als Hartüm, welche Zahlen wohl zu erhöhen sein dürften, da Russegger im Juni nur an 6 Tagen beobachtet hat und seine Mittelzahl 723.31 wohl etwas zu -tief ist. Er selbst findet die Ebene am Saqati und Möye 89 m über Hartüm. Namentlich dürfte aber die schon bei Karkög wahrgenommene, von dem Hypsometerfehler herrührende Abweichung hier zu addiren sein, da ohne dieselbe Hellet-ed-Danaqla unter das Niveau von Hartüm zu liegen käme, soweit man überhaupt sich auf 2 Aneroid-Ablesungen zu ungünstiger Tageszeit verlassen kann. Ich adoptire daher für El-Hameg 461 m und für Saqati (Dorf) 473 m Diese Orte liegen also ebenso wie die Dörfer um die G. Qerebin, Rörö und Gule auf dem sogenannten Tcahra (Rücken), d. h. der Platte, die sich, wie es scheint, vom (j. Tabi her durch die ganze Gezira nach Nordnordost hinzieht. Das Dorf Waliya liegt schon westlich davon in nur 20—30 m Höhe über Hartüm.
Für die Orte Deberki und Wold-jös ergeben sich Höhen von 1 m bez. 3 m über Karkög, so dass Deberki in 438 m, Wold->ös in 440 m Höhe kommt. Drei vereinzelte Abendbeobachtungen ergeben noch: Hellet Amarena Doqa Qomr Meskinab 6 = 707.4 < = 27.3 6 = 703.6 < = 26.8 6 = 709.8 < = 26.6 6 = 577 m 6 = 632 m 6 = 552m. Die vereinzelte Siedepunkts-Beobachtung auf der Insel Habesi im Sobat unter 8° 52' gäbe gegen Hartüm im Juni 17.4 m, mit der wahrscheinlichen Siedepunktscorrection 35 m über diesem Ort, resp. 42 m über der Confluenz, was vielleicht noch 5—6 m zu niedrig ist, jedenfalls aber das ausserordentlich geringe Gefälle des Weissen Nil be stätigt, das auch aus Baker’s definitiv berechneten Be obachtungen in Gondokoro hervorgeht, wonach dieser Ort nur zwischen 80 und 90 m über der Confluenz bei Hartüm liegt. (Vgl. Hann, Geogr. Mitth., 1875, S. 305).