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Dritter Theil. Wissenschaftliche Resultate. 29 innerhalb eines Intervalls von nur 20 mm lagen, so kann von einer etwaigen Abhängigkeit der Standcorrection vom Druck ganz abgesehen werden und ist eine Veränderung derselben nur in Folge der unvermeidlichen Erschütterungen beim Transport zu erwarten. Um nun ihren Werth von Zeit zu Zeit zu bestimmen, bediente sich der Reisende der Vergleichung mit einem Thermohypsometer, welches eine Ablesung auf Hundertel Grade gestattete. Die Lage des Siedepunktes dieses Instrumentes ist zwar auch unbekannt, scheint aber ziemlich richtig gewesen zu sein, so dass damit der Luftdruck und somit die Standcorrection des Metall barometers zur Zeit und bei der Temperatur der Beobach tung mit ziemlicher Annäherung an die Wahrheit bestimmt werden konnten. Unglücklicherweise benutzte aber de Pruyssenaere zur Bestimmung des Luftdrucks aus dem Siede punkt fortdauernd eine unrichtige Tabelle über die Spann kraft der Wasserdämpfe und deshalb sind die sämmtlichen von ihm, theilweise mit grosser Mühe, berechneten Resultate unbrauchbar und nur die erhaltenen Original-Beobachtungen zu verwerthen, sowie die wenigen berechneten, deren Reductionselemente vorhanden sind. Zu den unverwerthbaren gehören namentlich die in Hartum von August 1863 bis Januar 1864 angestellten, deren Kenntniss besonders inter essant wäre, weil sie gerade die Monate betreffen, in denen Russegger dort nicht beobachtet hat. — Was nun die Temperaturcorrection des Aneroids betrifft, so hat de Pruyssenaere dieselbe als positive lineare, mit der Temperatur wachsende Function der letzteren angesehen. Den Coefficienten scheint er mehrere Male auf nicht näher bezeichnete Weise be stimmt zu haben, denn er benutzt zur Reduction von Zeit zu Zeit verschiedene Werthe desselben. Nach den „Unter suchungen über die Leistungen der Bourdon’schen Metall barometer” von J. F. J. Schmidt (1858), den einzigen (meines Wissens), die diese Construction zum Gegenstand haben, ist aber die Temperaturcorrection durchaus nicht linear von der Zeit abhängig, sondern hatte bei den beiden von Schmidt untersuchten Instrumenten einen sehr ver schiedenen Werth, der bei dem neueren von beiden von 20° C. bis 40° C. von + 0.3 mm auf — 0.2 sank. Sie war — 0 bei 24°.6 und sank also innerhalb der nächsten 16° ausserordentlich langsam. Da Pruyssenaere’s Instru ment ein noch neueres war, so ist vermuthlich die Constanz der Abweichung noch in höherem Maasse vorhanden gewesen und wird es deshalb in Ermangelung genauerer Bestimmung genügen, die Temperaturcorrection innerhalb eines Intervalls von etwa 5 —10° zu beiden Seiten der Temperatur, bei welcher die Standbestimmung vorgenommen ist, = 0 anzunehmen, zumal letztere Bestimmung immer bei Temperaturen zwischen 25 und 35° Statt gefunden hat. Es ist dann nur bei besonders niedrigen Temperaturen eine beträchtlichere Abweichung des berechneten Luftdrucks vom wahren zu erwarten.
Folgendes sind die Bestimmungen der Standcorrection des Instruments. Sie fallen Anfangs sehr verschieden aus, weil der Reisende mittelst eines Schlüssels die Zeiger auf den Punkt zu stellen pflegte, der (nach seiner Berechnung) dem Luftdruck entsprechen sollte. Von Ende 1863 an hat er diese glücklicherweise unterlassen und die Standcorrectionen zeigen von da ab fast constanten Werth, wie die Tabelle IV zeigt.
Tabelle IV.
Ort Jahr Monat Tag Std. Temp. Aneroid. Siedep. Druck Stdcorr. Insel Habesi, Sobat 1862 Juni 15 0“ 31°1 731.6 98.54 721.2 —10.4 Sennär 1863 Jan. 26 0 30 737.0 98.62 722.2 —14.7 Karkög 99 Febr. 9 0 28 735.6 98.56 721.7 —13.9 99 99 April 19 0 42 733.1 98.45 718.9 —14.2 Sennär 9 9 Juni 5 0 34 735.2 98.52 720.7 —14.5 Qalaqla Sept. 15 2'A 35.5 739.0 98.73 726.1 —12.9 Chartüm 99 ? ? ? 28.3 738.1 98.70 725.3 —12.8 Debbeiba 1864 März 4 3*/ 4 35.7 733.3 98.50 720.1 —13.2 Karkög' • • Juni 7 5*A 32.5 731.5 98.43 718.3 —13.2 1» 99 Juli 18 23 29.3 734.1 98.57 722.0 —13.1 Das Datum ist nach bürgerlicher Rechnung gezählt.
In den nachfolgenden Bruchstücken des meteorologischen Tagebuchs aus den Jahren 1863—64 sind die Barometer ablesungen mittelst vorstehender Zahlen corrigirt.
Tabelle V.
Meteorologische Aufzeichnungen im Januar und Februar 1863.
1863 Mon. Tag Stund,в Therm. Gedid Jan. 8 18 18° Bisaqra 9 18 17 W. el-mehidi 10 18 14 0 28 El’azäza 11 18 15 El’uküra 0 32 Fadasi 12 18 18 Sennär 26 18 12 0 30 4 39 6 25 Bar. — Starker Nordwind. — desgl. — Stille.
27 18 12 28 9 27 29 10 26 30 18 18 21 28 0 38.5 4*Л 37 6 32.5 9 27 12 26.5 Febr. 1 19'/, 20.5 Felata 4 18 16 ’Abidin 2 30 Abu Schöka 7Уі 26 • e 5 18 18 Dachela 2 32.5 9 9 6 32 99 6 18 14.7 Charäb-dunya 6 29.5 • e 7 18 14 Karkög 8 18 17 9 18 15 0 28 3 32 6 28.2 9 22.5 10 18 16 21'/, 21,3 0 27.3 3 30 — Starker Wind. . I Der Nordwind weht Tag und Nacht so heftig, dass 722.2| astronomische Beobachtun-720.1 gen unmöglich sind. Tags 720.8 ist der Himmel rein, die Luft voll Staub. Die Nacht mehr oder weniger nebelig, manchmal wolkig. 718.9?! 720.2 Fortdauernder Nordwind. 719.7 I Gegen 9*/a Uhr fängt der Himmel an sich leicht zu bedecken. 719.9 Januarmittel : 721.6 Minima: Mittl. = 15.5; 722.5 Niedr.=12; Hchst.=18. 721.6 Maxima: Mittl. = 38.7 719.7 ungenau. 721.1 Monatsmittel = 21.1 (ung.). 720.5 719.2 — Himmel sehr rein. Windst. — Klar und stille.
— Leichter Nordwind. — desgl. — Februarmittel der Tem-— petatur : — Minima: Mittl. = 19.7; — Niedr.=14; Hchst.= 30. — Maxima: Mittl. = 31.9; 721.7 Niedr.=30; Hchst.=33. 719.9 Amplitude: Mittl. = 12.1; 720.2 Niedr.=4; Hchst. = 17.8. 719.7 Monatsmittel = 25.8. 720.8 Der Nordwind hat nachgel. 722.6 Windstille. 722.8 Windstösse aus Norden. 21.0 Leichte Nordbrise.