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I 24 Zweiter Theil. Reisen und Aufnahmen im Gebiete des Blauen Nil.
bisher unbekannte Landstriche viel weiter, als alle früheren Züge der Regierung oder einzelne Reisende gelangt waren, und kehrte endlich Mitte Juli über Óebel Gule, dessen Seb Re£eb Adlân sich mit Abu-Sîn vereinigt hatte, nach dem Blauen Flusse zurück. Ich kehrte am 15. Juli von einem Ausflug in die Óezìra (zum Óebel Dali) zurück und traf einen Theil der Gazwa auf der Strasse zwischen Lônî und Sêrû, auch sah ich in den nächsten Tagen viele Soldaten, Beamten und Sklavenhändler in Karkö£, die den Zug mit gemacht hatten. Sie erzählten Alle, dass man noch nie einen so erfolgreichen Zug ausgeführt habe; unzählig seien die geplünderten und verbrannten Dörfer, ungeheuer die Beute an Gold, Producten, Vieh und Menschen. Von diesen seien aber nur 3000, meist Weiber und Kinder, lebendig an den Nil gelangt, wovon vielleicht ein Drittel in hoff nungslosem Zustand. Auch dieses Mal waren alle Ge fangenen sogleich nach der Erbeutung versteigert worden und wurden als Privateigenthum auf dem Rückmarsch Seitens des Commando’s nicht weiter berücksichtigt, noch geschoüt.
VII. * Reise über Rabat" und Binder nach Qedaref 1864.
Donnerstag den 5. Mai verliessen wir Karkö£ um 8 Uhr früh und die Kameele erreichten Hellet-faqih-» Abdallah um 1 */ 2 Uhr. Um 3 Uhr 50 Minuten weiter reisend, wurde 4 Uhr 35 Minuten der Hör Rol)üd und um 5 */ 2 Uhr der Dinder erreicht. Von Karkö£ aus kommt man durch ein förmigen Wald, wenig dicht, doch an Dichte zunehmend von Laöd, Kitr, Häsab, Qaqamüt, Talha, seltener He£li£ und Nabaq. Wenn man sich dem Hör nähert, wird der Boden röthlich und es treten auf Dalbergia, Celastrus dicolor, Kedad, Gardenia, Randia, Poivrea, Silaq, Combretum. Der Hör wird von sumpfigen Niederungen zwischen Hügeln be gleitet und bildet den höchsten Theil der Óezìra. Am Ufer finden sich Ficus riparia und prachtvolle Lebin£. Die Ufer des Dinder sind von einförmigen Wäldern fast ausschliess lich aus Nabaq bestehend umgeben, seltener Mimosen, Quq, Tuffar, Laöd, Kitr, Häsab, Qaqamüt, Talha, Sant, parasitische und Schlinggewächse. Diese einförmigen Wälder bieten wenig Schatten. Sie sind von weidenden Arabern durch zogen, deren Dörfer wir nicht zu Gesicht bekamen. Der Dinder hat zu dieser Jahreszeit kein fliessendes Wasser. Seine stehenden Wasser sind schlecht. Von Thieren sahen wir : den weissen und den schwarzen Ibis, Mycteria, Abdimia, Pelikane, Perlhühner, Turteltauben, zahlreiche Weber vögel und Finken. Im Hör lagen Krokodile versteckt. Die Breite am Übergangspunkt des Dinder war 13° 1' 18".— Platzregen. Seit Anfang Mai hatten wir nun schon 4 Mal kleine Regen in der Nacht.
Freitag den (r. Mai gingen wir um 5 */ 2 Uhr weiter und kamen nach Deberka auf dem östlichen Ufer.
Samstag ging ich den Dinder ein Stück abwärts. Er hat starke Windungen, seine Ufer sind senkrecht. Ich sah Toccus mit schwarzem und rothem Schnabel; blaue und rothe Lamprotornis, Lanius erythrogaster, Schnapphähnchen, blaue Falken, Schreivögel, Weihe, Bussarde, den Nubischen und den Mönchsgeier; Löcher von Orycteropus, Micronisus niger, Muscipeta.
Sonntag den 8. Mai. 3/4 L. südöstlich liegt Saêf am östlichen Ufer, ein Dorf mit Markt. Wir mussten, um dahin zu gelangen, zweimal den Dinder überschreiten, einmal gegenüber Deberka, einmal bei Saêf. Südlich von Saêf wohnen Abu-Ginn-Araber. Flussabwärts befindet sich */ 4 L. von Saêf ein Weiler am rechten Ufer. Das Land ist öde, armselige Gastfreundschaft. Der Markt ist belebter als der zu Deberka. Der Name der Araber des Abu-Óìnn ist Hamadi oder Rufaj-es-sarq. Der Aufenthaltsort des Hauptes ist Saêf, sein Waqil Sei), Mohammed-Abu-Sebib ist Gouverneur von Deberka. Sie bewohnen Dongur und das Land zwischen Rabat und Dinder. Die Ackerbautreibenden bleiben da, während ihre Viehzüchter in die Butana zwischen Rahat und Atbära ziehen. Abn-óìnn sind auch die »Aqqalin von Woled Sabün unterworfen, der in Qeran wohnt. Sie nehmen beide Ufer des Nil ein. Der Mamür ist in Hedebat. Mitten unter den Hamadi zwischen Dinder und Rahat ziehen die Gulatiin von Woled Merdüs ohne feste Wohnsitze umher; sie haben einen Mamür. Am West-Ufer des Rahat, zwi schen diesem Flusse und dem Hör »Atsan wohnen die Qôâhla des Sei) Mohammed Woled-»es. Zu Woled-»ês wird ein bedeutender Markt abgehalten, früher zu Woled-baqr, den beiden Residenzen des Mamür. Diese Araber sind sehr diebisch Zu Bela sind die Éuqurîa des Sei) Woled-Gaili, der von Abu-Sîn abhängt. In Doqa (dessen Brunnen Rasid ist) die Dabaina des Sei) Woled Zaid; zu Abu-tamra und Datela auf den beiden Ufern des Blauen Flusses die Qawasema mit einem Mamür. Die Breite von Deberka ist = 12° 57' 54". Zwischen dem Nil und dem Dinder fliesst der Rol)üd, welcher im Winter Wasserlachen bewahrt und stark von Arabern bewohnt ist. Er kommt von Aburamla und ergiesst sich in den Dinder 1 L. oberhalb Woledabyad, welches 5 Stunden unterhalb Deberka an diesem Flusse liegt. 3 Tagereisen südlich von W. >ês liegt Ommderesa am Rahat und Mekm-el-Zeriba. 2 L. flussabwärts von W. »es liegt Woled-baqr. Von W. »es aufwärts liegt 5 L weit W. Betül mit grossem Markt. Diesseits W. Betül das grosse Dorf Hellet-el-ha-tahir; 2 L. oberhalb W. Betül liegt Woled-jośeir mit bedeutendem Markt. Die Qôâhil-Dörfer gehen von W. »es 3 Tagereisen weit stromaufwärts, und abwärts bis zur Rahat-Mündung.
Freitag den 12. Mai verlassen wir Deberka um 3 */ 4 Uhr Nachmittags. Nach 3/4 Stunden N 30° 0. trafen wir auf die Strasse von Saêf nach Woled-»ês; 3/4 St. N. von da liegt das Dorf Maimuna (Haras). Von hier ging es 1 St. N. 55° 0., */ 2 St. N. 20° W., y4 St. N. 15° 0. nach Woled Sersêra, einem früher bedeutenden, jetzt nur noch aus einigen Häusern bestehenden Ort. 2 Kilom, zur Rechten haben wir, etwas hinter uns Hellet-el-Qawasema am Hör »Atsan, dem wir uns in schiefer Richtung nähern. Nach 3/4 St. N. etwas 0. und V4 St. N. 10° W. erreichen wir Omm-eha (Haras). Nach weiteren 1 */ 2 St. N. 30° 0. nehmen wir Nachtquartier zu Woled-»abbai am West-Ufer des Hör »Atsan (Haras).
Freitag den 13. Маг brechen wir um 5 Uhr Morgens auf. Wir ziehen längs dem Hör, der hier direct östlich läuft; nach '/2 Stunde wird Remetab erreicht, nach einer weiteren Viertelstunde in derselben Richtung der Hör überschritten. — Dieser Hör fliesst schon auf der Höhe von Zerîba-el-qaês vorüber, welches am Rabat an der