Sudan Archive

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Zweiter Theil. Reisen und Aufnahmen im Gebiete des Blauen Nil. 23 den Binder. Ich schiesse eine Gans und der Knall scheucht eine unzählige Schaar von Pelikanen auf. Nach 3/4 St. Aufenthalt ziehen wir weiter und erreichen um ll3/4 Uhr ein Dorf. Die Araberfrauen und Negerinnen der im Walde aufgeschlagenen Lager ergreifen die Flucht, ihre Qirba (Wasserschläuche) zurücklassend. Der Dinder beherbergt Krokodile und Flusspferde, an seinen Ufern giebt es Q,ar>a, Ricinus, Tabak. Das Dorf südlich von diesem am Dinder ist Woled-daud; östlich von Woled-el-jabbas. Um 4 Uhr weiterziehend, kommen wir nach Woled-daud und von da westlich abbiegend, um 6 ’/2 Uhr nach Sigaili auf dem T'ahra (dem Landrücken).

Freitag den 19. Februar. Wir brechen um 5 */ 2 Uhr früh auf und gelangen in SSW. Richtung um 9 Uhr nach Woled-el jabbas, wo man mit Vorbereitungen zum Markt auf den folgenden Tag (Samstag) beschäftigt war; und um 2 */ 2 Uhr kommen die Kameele gegenüber von Sennär an, dessen Markt Montags und Donnerstags abgehalten wird.

Abends lassen wir uns übersetzen.

Samstag den 20. Februar blieb ich in Sennär und liess mich Abends wieder auf der Fähre zurückübersetzen.

Sonntag den 21. Februar. Abreise von Sennär um 8 */ 4 Uhr. Wir treffen Spuren von Elephanten, eine Menge von Perlhühnern, Hasen, Gazellen, Mor. Poivrea aculiata tritt als gesellige Pflanze auf. Ein Baobab steht hier noch */2 L. nördlicher als der bei Pelata und gegenüber noch 2 oder 3, bevor man den zu Wadi-nejeima erreicht. Wir halten Mittag in Hellet-elfuqära und schlafen in Nejeima.

Montag den 22. Februar ziehen wir um 63/4 Uhr aus, kommen bald an Tamra vorüber und erreichen um 11 Uhr (die Kameele um 2 Uhr) H. Mek- jOtmän, sonst auch Ronga genannt. Wir brechen um >Asr wieder auf und erreichen unser Nachtquartier um 73/4 Uhr zu Mena, dem Aufent­ halt von Tâi>-ed-dîn. Ich mache die Bemerkung, dass die Bewohner von Ronga und von Ména sich vielfach von Garmud (Frucht des Gada-Baumes) und Qurqur (Oncoba spinosa) ernähren.

Dienstag den 23. Februar verlassen wir Mena mit Sonnenaufgang und kommen, die Kameele überholend, um 11 Uhr in Катков an. Mittwoch den 24. Februar ist Markt und ich gehe nach Debbeiba. Am 26. ist wieder Markt.

Sonntag den 28. Februar reisen wir um 113/4 Uhr weiter, halten um 2 Uhr Mittagsrast bei Bigeise, wo wir in der Hala am Flussufer neben einem Teich und einem in der Abholzung begriffenen Sant-Wald halten. Um 33/4 geht es weiter, und, nachdem wir an Hellet-el-ljalifa vor­ beigekommen, erreichten wir um 5 */ 2 Uhr Abu-tia.

Montag den 29. Februar. Um 6*/ 2 Uhr aufbrechend, passiren wir um 10 l/4 Sabunab, um 11 Uhr Bonzüqa, wo­ selbst sich zwischen der Düne und dem Nil eine schöne schattige Senkung voll grünender Lebin, Tamarinden &c. befindet. Wir gehen um 4 Uhr weiter, sind um 4 Uhr in Qeran, um 5 in Sobêig und machen um 6 Uhr gegen­ über von Ferhana im Walde Halt. Wir zünden Feuer an gegen die zahlreichen Hyänen.

Dienstag den 1. Märt brechen wir um 6 ’/2 Uhr wieder auf und erreichen um 7 ’/2 Uhr Omm-derman, wo Schiffe gebaut werden, um 9 Uhr Omm-bared. Seit Omm-derman Mugud zwischen dem Fluss und dem Wald. Die Soldaten haben das Land geplündert und die Sêqîa haben noch schlimmer gehaust als die Arnauten. Zwischen Omm-derman und Taliaj sind die Elephanten häufig. Ich begab mich in die Hala, um eine erlegte Giraffe zu betrachten.

Mittwoch den 2. Märt. Um 1 */ 2 Uhr verliess ich den Ort der Giraffe, der auf der Höhe zwischen Omm-derman und Omm-bared liegt, passirte um 9 Uhr Qeran und kam um 9'/2 Uhr in Bonzüqa an, wo sich zwischen Dorf und Fluss grosse Baumwollenpflanzungen befinden. Wir fanden Spuren von Löwen, Hyänen und viele Perlhühner. Um 3'/2 Uhr ging es weiter. Wir brachten etwa ’/2 Stunde mit Jagen zu, erreichten Sabunab um 43/4 Uhr und um 5 */ 2 die Granitblöcke. Gegen 6 Uhr stiegen wir zu einer Mesra» hinab, brieten meine Perlhühner und zündeten grosse Feuer an.

Donnerstag den 3. Märt brachen wir mit Sonnenaufgang auf und waren genau 12 Uhr in Debbeiba.

(Am folgenden Tag kehrten wir nach Karkög zurück.)

Die 3 Regentage, die wir in Abu-haräs erlebten, haben sich auch flussaufwärts und zwar noch stärker eingestellt. An vielen Orten haben sie das Gras spriessen machen, die Bignonien haben geblüht, die Adansonien und die Combreten haben einige Blätter getrieben.

Südlich von Sennär bedeckten schon veischiedene Andropogon die Ebenen. Wir sahen Cardiospermum, Quq, Aöwantot (?), Baobab, Lebing, schlanke Ethulien. Bei Ronga wachsen schöne Haras. Der Tundub verschwindet bei Karkög. Der Baobab liefert einen faden Gummi.

Zwischen Sennär und Karkög trafen wir von Thieren Corvus collaris, Perlhühner, Diccurus lugubris. Helotarsus; bei Karkög Cathertee monachus, Marabu; bei Abu-tiga Cuculus monachus, den Lamprotornis mit schwarzem Bauch und Buphagus.

Südlich von Karkö£ tritt Nabaq oft als gesellige Pflanze auf, die Sobeig werden diess namentlich von Abu-tia an, von Bigeise an zeigen sich Silaq, und Dalbergia sind häufig, auch einige Cordia sah ich. — Bei Qerän beobachtete ich Sittiche, bei Domtai Bucco margaritatus und bei Bonzüqa Bupbagus.

Über den Grund der Verwüstung des Landes von Omm-bäred an, welche den Reisenden zur Umkehr nöthigte, theilt er in dem schon erwähnten Briefe an Herrn Hansal Folgendes mit: „Die Regierung organisirte dieses Jahr eine Öazwa, welche ungefähr dieselbe Richtung haben sollte wie die vorjährige Halim-effendi’s, wo möglich aber viel weiter in’s Innere vordringen und durch die Gezira zurückkehren sollte. Die ersten Beamten des Sudan befanden sich bei der Expe­ dition, Hasan-paśa Liwa, der Mudir Ahmed - Abu-Sin, der Oberst jAdem beg und viele Andere. Mitte Februar war die Ägyptische Armee von Rosaires aufgebrochen, um zu­ nächst Dar Abu-ramla zu plündern. Die Bewohner dieses Landes sind der Regierung unterworfen und keineswegs Neger, sondern ein gemischter Arabischer Stamm. Man findet sie aber doch schwarz genug, um sie zu verkaufen, wie nicht selten geschieht. Die Expedition gelangte bis Beni sonqölo’), führte von dort nach Westen, ging durch ’) Das Itinerar dieses Zugs bis Beni-sonqölo ist von Herrn von Heuglin mitgetheilt in „Geogr. Mitth.” 1864, S. 351.

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