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Dritter Theil. Wissenschaftliche Resultate. 25 Abessinischen Grenze gelegen ist, und kommt noch von , weiter her. Er ergiesst sich weit nördlich von hier in den Binder. Diese Zeriba ist eine ungeheuere Umzäunung von gefällten Baumstämmen, woselbst man im Falle eines An griffs die Heerden unterbringt. — Von dem Orte, wo wir ihn überschreiten, läuft er nach Nordwesten. Nach 2*/ 4 St. Ost mit etwas nördlicher Abweichung kommen wir nach El-’ośeir und von da in einer Stunde 0. 22 У2° N. nach Woled ->ês.
Sobald man sich vom Binder entfernt, befindet man sich in einer einförmigen Ebene, bedeckt von Überresten von Zeriben, Gruppen von kleinen Akazien und hie und da einem Heglig. Hinter dem Hör >Atsan hebt sich der Boden ein wenig und man sieht im Osten die Berge von Bêla, Moqdet &c. Man gelangt an den Rabat, dessen Ufer durch Nichts angekündigt werden, so kahl sind sie. Sein Bett hat vom Rande bis zum Spiegel der grossen in ihm verbliebenen Wasserlachen eine Tiefe von 5 — 6 m und 70 Schritt Breite; die Ufer sind sehr steil. Wir kehren am Ufer beim Sohne des Mamur ein. Ibis und weisse Raben sind häufig. Die Breite von Woled-»es ist = 13° 19' 30". Montag den 16. Mai ist Markt zu W. >es. Ben 17. Mai ist Bairamfest. Ben 18. Mai Abreise in der Richtung nach Boqa; Nacht lager zu Hamäreka.
Ben 19. Zurück nach Moqdet, daselbst übernachtet. Ben 20. Um Mittag wieder abgereist, in der Hala ge schlafen.
Ben 21. Gegen Abend in Rasid angekommen. Ben 22. Gegen Mittag Boqa erreicht; daselbst bis zum 24. geblieben und den T'ahr-et-tör bestiegen. Am 24. Aufbruch nach Woled-el-jamas und weiter in der Hala geschlafen.
Ben 25. Ankunft in »Asar, übernachtet in Meskinab. Ben 26. um Mittag Meskinab verlassen und in der Hala übernachtet. Ber Binder füllt sich.
Ben 27. in Bêla angekommen und übernachtet. Ber Rabat wächst.
Ben 28. von Bela weiter, in W. Omm-bela geblieben. Ben 29. den Rabat passirt und in W. jês angekommen, woselbst am 30. Markt war.
Am 1. Juni in Saêf den Markt besucht und Beberki zum Nachtquartier genommen.
Ben 2. Von Beberka nach W. Abyad, daselbst am Ost-Ufer übernachtet.
Ben 3. Über den Binder gesetzt und in W. Abyad am West-Ufer übernachtet.
Ben 4. Ankunft in Karkög. Ber Nil ist um etwa 6 Fuss gestiegen.
VIII. Ausflug zum Dali, Arbeiten in Karkög.
Schluss. Vor und nach der Reise nach Boqa und Qedaref ver weilte de Pruyssenaere in Karkög, dessen Umgebungen er namentlich in botanischer Hinsicht gründlich durchforschte, und beschäftigte sich mit der Ordnung und Vervollständigung seiner Aufzeichnungen. Im Juli benutzte er eine kurze Pause in der Regenzeit zur Basismessung für seine Triangulirung, indem er bei Karkög eine kurze Standlinie abmaass und durch genaue Winkelmessungen die Länge der Linie Karkög - Qurairisa feststellte. Zugleich ergänzte er sein Breiecksnetz durch den Besuch des benachbarten Qurairisa und des Centralberges der mittleren Gezira, des Gebel Dali, nach welchem er am 11. Juli aufbrach, um am 15. wieder über Qurairisa zurückzukehren.
In der hierauf folgenden Zeit hat sich der Reisende wohl hauptsächlich mit der Berechnung und Construction seiner Triangulation beschäftigt, daneben ziemlich regel mässige meteorologische Aufzeichnungen gemacht. Doch wurde er auch jetzt öfters von Fieberanfällen unterbrochen.
Die letzte Aufzeichnung von nachweisbarem Datum ist eine meteorologische vom 14. September 1864. Wie die nächsten 3 Monate ausgefüllt wurden, lässt sich nicht be stimmt sagen, doch ist gewiss in dieser Zeit noch ein Theil der beiden grossen Folianten mit Pflanzenbeschreibungen, die sich im Nachlass vorfanden, in dieser Zeit geschrieben; auch soll der Reisende (nach Mittheilung seiner Familie) in dieser Zeit mehrfach mit dem damals zu Abu-Haras wohnhaften Dr. Ori verkehrt haben.
Am 15. Dezember brach de Pruyssenaere in Gesellschaft von Jules Poncet von Karkög auf, um nach Hartüm zurück zukehren. Er gelangte am Abend bis Harab-ed-dunya und bei diesem Orte fand der unermüdliche Wanderer sein letztes Ziel. Es war vermuthlich ein Fieberanfall, der seinen durch mehrjährigen Aufenthalt in jenen Klimaten geschwächten Körper rasch überwältigte und ihn in nächster Nähe bei dem Hauptfelde seiner Thätigkeit dahin raffte.
Dritter Theil. Wissenschaftliche Resultate.
I. Meteorologische Beobachtungen.
1. Gebiet des Weissen Nil 6°—9’/2 ° N. Br.
a. Temperatur. E. de Pruyssenaere hat auf seiner ersten Reise von Hartüm den Weissen Nil hinauf täglich mehrmals das Ther mometer abgelesen. Sein Hauptbestreben ging, wie aus seiner eigenen späteren Zusammenstellung ersichtlich ist, dahin, für das in der Überschrift bezeichnete Gebiet den Pruyssenaere’s Reisen, 2. Hälfte.
jährlichen Gang der Temperatur mit möglichster Annäherung zu finden. Da hierzu nur die mittlere Temperatur jedes Tages nöthig war, so begnügte er sich meistens damit, Maximum und Minimum der täglichen Temperatur zu notiren und das Mittel aus beiden als mittlere Tagestemperatur anzunehmen. Während der Stromfahrt wurde aber häufig die Temperatur auch zu anderen Stunden beobachtet, jedoch die übrigen Beobachtungen zur Herleitung des Tagesmittels nicht benutzt. Das Minimum fällt zur Zeit des Sonnen-4