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20 Zweiter Theil. Reisen und Aufnahmen im Gebiete des Blauen Nil.

dunkel, ale wir Wäliya erreichten, ein ziemlich grosses Dorf, welches einen entfernten Brunnen benutzt.

Mittwoch den 10. Juni sehen wir zu Wäliya eine zahl­ reiche Sklaven-Karawane vorüberziehen, die vom Weissen Flusse herkommt. Wir haben schon zu El-mä eine solche angetroff'en, die vom Nyemati kam. Von den Eingeborenen erfahren wir allerwärts, dass bedeutende Transporte hier passiren und eine grosse Menge von Bewohnern der durch­ reisten Dörfer sich auf die Barken des Weissen Flusses verdingen. Man sieht jeden Abend ferne Wetter. Der Wind bläst häufig und mit Heftigkeit aus verschiedenen Richtungen. Das ganze Land ist noch trocken, nics grün. Am Saqati ist ein starker Regen gefallen, der die Hafir gefüllt hat; aber das Wasser ist schon wieder fast er­ schöpft. Gegen >Asr brechen wir nach Kubośa auf. Der Weg läuft 1 V2 Lieues nach West und durchschueidet drei oder vier Weiler, die auf entfernte Brunnen angewiesen sind und wo wir nur einige Wächter der Vorräthe finden; dann richtet sich der Weg nach Südwest. Wir machen in dieser Richtung ungefähr */ 2 Biene und sehen dann den Baqati 167° von der untergehenden Sonne, dann weitere 2*/ 3 Lieues, im Ganzen wenigstens 4*/ 2 Lieues, indem wir den Marsch beeilten. Eine Lieue vor dem Haltepunkt be­ deckt sich die Ebene, die bisher vollständig kahl gewesen war, mit zahlreichen Kitr und einigen Laöd. Wir über­ nachten in der Hala.

Donnerstag den 11. Juni. Die Sonne geht 50° 14' nördlich vom Saqatî-Gipfel auf. Wir befinden uns 1200 m nordöstlich von den Brunnen von Kubosa, von wo wir die ganze Nacht Stimmen gehört hatten. Diese Brunnen sind zahlreich. Es befinden sich dabei keine Wohnungen, aber die Bewohner der benachbarten Weiler holen daselbst ihr Wasser und tränken ihre Heerden. — Von Kubośa aus wendet sich die Strasse nach W. 15° S., und man kommt nach 1’/2 Lieues zu den Brunnen von Gamüsa, in deren Nachbarschaft ebenfalls mehrere Weiler liegen. Von diesen Brunnen aus sieht man ungefähr in S. 30° O. der Bussole die zwei Gipfel des debel Tujaimä, etwa 4*/ 2 Lieues ent­ fernt. He£lî£, Tundub, Kursan, Siyäla, Irak &c. Von Gamüsa an geht der Weg fast genau nach dem wahren Westen. Nach 2 Lieues erreicht mau einen grossen Hügel, von Sand bedeckt und grösstentheils aus Ziegelstücken und Topfscherben bestehend; es ist die Stelle von El-jês. Nach */2 Lieue in derselben Richtung kommt man in Hellet-ed-Danäqla an, wo in diesem Augenblick einiges Leben herrscht durch die Anwesenheit mehrerer Barken und zahlreicher Sklavenhändler und Käufer. Der Markt ist am Freitag. Das Dorf ist lang und erstreckt sich von der Regierungswerfte bis zu dem Hör, bei dem ich mich früher mit Bar-( thélémy gelagert hatte. Jenseits dieses Hör beginnt ein anderes neu entstandenes Dorf Namens Цигаіпа und ihm gegenüber ein Dorf auf der Südspitze der Insel Lektâwîa, die Hellet-ed-Danäqla gegenüber liegt. Die südlich folgende Insel ist Nabra. Wir gehen am Flusse bis */ 2 Lieue ober­ halb Huzaina aufwärts und erreichen das »Alawin-Dorf demäjat $ Ali-Bey, wo Markt war. Das Dorf ist auch an­ gefüllt von Soldaten und Beamten der Händler. */ 2 Lieue weiter ist eine ziemlich lebhafte Schiffswerfte, wo Barken auf Privatrechnung gebaut werden. Ein wenig jenseits | (*/4 Lieue) ist ein Feriq der Araber Aulâd Nâil. Wir sehen Petherick’s Barke abfahren. Ich besteige ein Kameel und hole ihn bei der Werfte von Hellet-ed-Danäqla ein.

Freitag den 12. Juni. Markt in Hellet-ed-Danäqla. Barken mit Sklaven von abschreckender Magerkeit kommen an. Dieses Jahr haben Blattern und Neger den Expedi­ tionen schlimm mitgespielt. Was machen die Regierunge­ barken dieses Jahr? — Auch ein Bischen Sklavenhandel!

Das Südende von Hellet-ed-Danäqla liegt in 13° 47' 40" nördlicher Breite.

Samstag den 13. Juni. In der Nacht wie immer Staub und Blitze, aber kein Regen. Freitag Abend fielen einige Tropfen, in Sennär und zu Faqîh-falha vor der Ankunft in Sennär ebenso, aber kein richtiger Regen. Der Harif ist entschieden verzögert.

Vom Südende von Hellet-ed-Danäqla ausgehend, passiren wir nach 1 Kilom, die Schiffswerfte mit einigen Hütten. Von hier sieht man das Dorf in S. 30° 0.; der Fluss strömt nach 0. 35° N., so weit man sieht. 2 */ 4 Lieues von der Nordspitze von Lektawia fangen die Inseln Omm-Abî-jAlî und, westlich davon, etwas weniges nördlicher, Omm-gerr an. Zwischen den Südspitzen dieser Inseln liegt ein Inselchen ohne Bäume. Die Insel Omm- Abî-jAlî ist von dem Fest­ lande durch einen schiffbaren Kanal getrennt, dessen Enden fast genau in die SO.—NW.-Richtung der Bussole fallen, und der leicht gegen Westen ausgebogen ist. Der Hauptarm des Stroms befindet sich jenseits der Insel Omm-err.

Die Pflanzen der Gegend sind der Sant, dessen Dornen oft die Länge eines Mittelfingers erreichen, Talha, Mutait, Heilig, Nabaq, Kitr, Irak, Dobkär, Anderäb (eine Cordia mit essbaren Früchten), ferner Tribulus terrestris, Crozophora plicata, ein Convolvulus, Cissus quadrangularis.

Das Wasser des Weissen Stroms ist von fadem Geschmack. Ich beobachtete unterwegs, wie die Termiten ihre Todten in eine röthliche Hülle eingewickelt begraben, bald zer­ streut in Mauerwerk, bald in grosser Zahl zusammen, unter­ mischt mit Ameisen, in gemauerten Galerieen an Orten, die der Fluss nicht erreicht.

2500 m nördlich von der Nordspitze von Omm-Abi jAlî finden sich am Ost-Ufer Bruchstücke von Ziegeln und Topfscherben über einen ziemlich grossen Raum hin. — Wir übernachteten 500 m nördlich von der Nordspitze der Insel Hasaniye in der Nähe einiger Araberhütten. Die geo­ graphische Breite dieses Ortes fand sich zu 13° 53' 17".

Sonntag, den 14. Juni. 1800 m N., 20° W. von der Nordspitze der Insel Hasaniye liegt die Mesraj von Duêm. Diese Insel ist etwa 3600 m lang, schmal und oft von Wasserarmen unterbrochen, baumlos und von Ägyptern bebaut. Der Arm, der uns von der Insel trennt, läuft nord­ wärts; nachdem wir ihn 2 Kilom, weit verfolgt hatten, lag uns gegenüber am West-Ufer das Dorf Duêm. 500 m weiter beginnt zwischen dem Ost-Ufer und der Insel Duêm, welche sich noch 1 Kilom, weiter nach Norden erstreckt, die Insel Qobesa. Der Arm, der sie von Duêm trennt, scheint nördlichen Verlauf zu haben. Diese Insel ist breit und bewaldet. Folgen 4 weitere Inseln. Bei der ersten be­ findet man sich gerade östlich vom Araś-kol. Ich glaube Sebeśa ist der Name der zweiten, die vierte heisst Ommbawäz. Alle diese niedrigen Inseln sind bei Hochwasser unter Wasser und in der Zeit des Niederwassers von Ägyptern bebaut.

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