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Zweiter Theil. Reisen und Aufnahmen im Gebiete des Blauen Nil. 17 Eragrostris, Cenchrus, Oryza, Holcus (jAdâr), Роа und die schöne Graminee mit rothen Kätzchen von Sennär.
Von Bäumen erwähne ich den Leiün, der südlich von Domtai als ziemlich grosser Baum vorkommt und eine Terebinthacee zu sein scheint, zwei Cassia-Arten, Grewia, auch die Grewia Quddam, Bignonia (Kigelia), Sterculia Tertr, drei Asclepiadeen, Qaqamüt. Am 21. April blühten die Kitr, Combretum, Dalbergia und die Baobab fingen an Blätter zu treiben.
Jenseits Zumurki, wo wir auf Dienstag den 21. April übernachteten, kamen wir durch óerbeli und El-bieise, zwei verlassene Dörfer, deren Einwohner auf das andere Ufer des Flusses gezogen sind, und hielten in Hellet-elbalîfa Mittagsrast. Diess Dorf liegt auf den Dünen am Flusse, ist von hohen Baobab beschattet und besitzt Baum wollenpflanzungen am Ufer. — Der Sesam wird besonders am Rabat gebaut. — Wir brachten den Tag im Toqül einer alten Frau zu. Nachdem wir Omm-qurad, das nur 1 */ a Lieues weiter liegt, hinter uns hatten, lagerten wir für die Nacht in der Hala und zündeten ein ungeheueres Feuer an.
Mittwoch den 22. April hielten wir Mittagsrast in Sabunab, Hedebât gegenüber, dem Dorfe eines Faqih, wo die durch eine Feuersbrunst zerstörten Häuser eben im Wieder aufbau begriffen waren. Wir machten uns spät wieder auf den Weg und erreichten vor völliger Dunkelheit Qerän, ein Dorf, wo Kähne gezimmert werden. Wir schliefen aber mals im Walde. Mittags hatte es ein wenig geregnet.
Donnerstag den 23. April kamen wir frühzeitig durch Omm-dermän und hielten Mittagsrast im Walde. Bei dunkler Nacht langten wir vor einem ausserordentlich dichten Walde von grossen und schönen Bäumen an, der uns zum Absteigen zwang. Die Luft war von Gardenia durchduftet; wir hörten das Schreien der Sittiche und in der Ferne das Gebrüll von Löwen und Hyänen. Nachdem wir aus dem Walde heraus waren, ritten wir einige Zeit über eine längs dem Flusse sich hinziehende tiefliegende Ebene und schliefen nahe bei einem Qomr, bei Tali».
Freitag den 24. April. Am Ausgang von Talij lag ein Gehölz von schönen Sterculien vor uns und überhaupt be waldete sich die Landschaft mehr und mehr. Im Wald erschallte das Geschrei von Alecto und Toccus. Wir hielten die Mittagsrast nicht weit von Bedüs im Schatten einer schönen Tamarinde, neben der ein grosser Baobab stand, in dessen Schatten gekocht wurde und dessen Früchte ich mit Flintenschüssen herabholte. Wir assen Tamarinden früchte und Perlhühner. Bei El-arf wurde übernachtet.
Wir zündeten einen Leiün-Stamm an und schleppten ihn an den Fuss einer Dalbergia, die im Innern brannte und uns als Fackel diente. Wir hatten Besuch von Hyänen.
Samstag den 25. April brachen wir mit der Sonne auf. Die Gegend wurde sandig und kalkreich und erschien in Folge der stark durchschluchteten Dünen minder grün. Von El-garf an treten die Dom-Palmen sehr häufig am Flusse auf. Wir erreichten Rosaires, ein 1 Kilom, vom Flusse zer streut auf den Dünen liegendes Dorf ohne Grün, ohne Schatten mit einer traurigen Vegetation von Dom-Palmen, Baobab, >Usar, auf Sandboden. Das Ganze gewährt den trostlosesten Anblick. Die Termiten sind dort häufiger als irgend wo anders ; Schuhe oder irgend welche andere Gegen stände, die man nur */ 4 Stunde auf dem Boden liegen lässt, Pruyssenaere’e Reisen, 2. Hälfte.
werden durchlöchert. Alles muss auf Steine oder »Anqareb gelegt werden. — Die Bewohner des Orts sind Gemäjiya (Óemà’ab), ein Stamm des Blauen Nils von Hartum auf wärts, Baräbra vermischt einerseits mit Arabern, anderer seits mit Hameg, ohne noch die Fun£, Óebelawin u. a. zu zählen.
Der Wind bläst öfter von Süden als von Norden und schlägt in heftigen Stössen um, welche Staubwolken empor jagen. Der Himmel ist in dieser Jahreszeit gewöhnlich bedeckt. Man sieht ferne Blitze und hört donnern. Schwache Regen fallen. Die Windstösse sind weniger heftig als zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche. Es ist eine kurze, etwa einen Monat lange Aufschubszeit zwischen der Tag- und Nachtgleiche und der Regenzeit. Die Temperatur ist auf ihrer höchsten Höhe, aber sie wechselt oft sehr von einem Tag auf den anderen. Der Nil steigt manchmal ganz kurze Zeit und fällt dann wieder, sein Wasser ist noch klar.
Hier bleibt in der zusammenhängenden Erzählung der Reise eine Lücke, weil die auf die Reise bis Beni-śonqólo und zurück bis Karkö£ bezüglichen beiden Tagebuchhefte nicht mehr vorhanden sind. Aus dem meteorologischen Tagebuch und einigen Kartenskizzen kann mau entnehmen, wie die Reise vorgegangen ist. Am 27. April verliess der Reisende Nachmittags Rosaires, blieb wahrscheinlich am 28. in Haraba, war am 30. in Ewan und maass Winkel vom Ćebel Mâba. Möglich dass er in diesen Tagen auch einen Ausflug über den Nil hinüber gemacht hat, denn erst am 3. Mai ist er sicher in Famaka gewesen, wo er bis zum 4. Nachmittags verweilte. Vom 5. Mai Abends bis zum 8. Nachmittags war er am debel Aqarô, von dessen Gipfel er Winkel maass; vom 9. bis 11. am Ó. Qasan. In den nächsten Tagen drang er bis in die Nähe von Beni-sonqölo vor, wurde aber dort zur Umkehr genöthigt und erreichte am 23. Mai Rosaires wieder und am letzten des Monats Karkö£, nachdem er unterwegs den Ó. jUgelma bestiegen und von ihm aus Winkel gemessen hatte.
Über die Ursachen des partiellen Misserfolgs dieser Reise erhält man einigen Aufschluss schon aus einem Briefe des Reisenden an Herrn v. Heuglin (Geogr. Mitth., Ergänzungs heft 15, S. 15), Ausführlicheres jedoch erhellt aus einem mir vorliegenden Briefe an Herrn Hansal in Hartüm, woraus der betreffende Abschnitt hier folgt: Im Mai befand ich mich im Lande der Berta, südlich von Fazoql, wo ich abermals das Unglück hatte, mit einer ćrazwa zusammenzutreffen; und da sie die Dörfer plünderte und mir mit einem einzigen Diener die Rückkehr nicht möglich war, so musste ich ihr mehrere Tage folgen. Sie war nicht mehr wie die vorher geschilderte durch einen Araber befehligt, also halboffiziell, sondern rein amtlich durch Halim - effendi, den damaligen Mamür von Sennär, geleitet, und bestand aus Ägyptischen Truppen, Fussvolk, Reiterei und einem Feldstück. Man belagerte gerade den Berg Aqarô und hatte die Brunnen besetzt, um die Neger durch den Durst zur Übergabe zu zwingen, was in dessen nicht gelang. Die Wachen an den Brunnen ergriffen nur 3 oder 4 Frauen, die sofort in die Sêba gelegt wurden. Nach 3 Tagen schickte Halim-effendi einen Dolmetscher auf den Berg, um den Negern zu sagen, dass er nur zwei 3