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34 Erster Theil. Reisen und Forschungen іщ Gebiete des Weissen Nil.

de Pruyssenacre’s vor, mittelst deren viele Punkte mit etwas geringerer Genauigkeit an die Hauptnetze angeschlossen werden konnten. Besonders wichtig für die Zeichnung von Ost-Kordofan sind die während des Ausflugs zum Aras-kol (auf dem Hinweg mit v. Heuglin und Steudner) von ver­ schiedenen hervorragenden Punkten gemachten Peilungen, von jEdd-jedd, Omm-kantür, Gebel Heneq und Omm-derman aus. Die Elemente solcher Peilungen habe ich im Text nicht mitgetheilt, weil ich des Raumes halber nicht alle Bussolenwinkel aufnehmen konnte, auf denen die Kartenconstruktion beruht. Es ist nämlich von solchen Messungen anderer Reisenden eine ungeheuere Menge verarbeitet wor­ den, wovon nicht der zehnte Theil bisher sachgemäss ver­ wendet worden war. Zunächst habe ich Herrn v. Heuglin zu danken, der mir zu den in seinen beiden Büchern („Reise nach Abessinien und in die Galla-Länder”, „Reise in das Gebiet des Weissen Nil”) veröffentlichten Peilungen noch eine ziemliche Anzahl von bisher nicht veröffentlichten Ergänzungen liefern konnte. Bei Weitem das grösste und wichtigste Material dieser Art findet sich in den geognostisch­ geologischen Manuskript - Tagebüchern Russegger’s. Diese enthalten alle Elemente zu einem vollständigen Dreiecks­ netz von Rosaires an südlich bis Beni-sonqölo. Die richtige Verwerthung dieser kostbaren Messungen ist gescheitert an dem unerschütterlichen Glauben Russegger’s in die Richtig­ keit von Ahmed-Kaptan’s mangelhaften Breitenbestimmungen. Der Erfolg ist die sonderbare Verzerrung des südöstlichen Theils seiner Karte des Sudan und der Karte der Länder am oberen Blauen Fluss und Tumat. Vielleicht hat die Unmöglichkeit, in die sich der Zeichner versetzt sah, den an ihn gestellten Anforderungen gerecht zu werden, ihn verlockt, seiner Phantasie die Zügel um so freier schiessen zu lassen. So sieht man auf jenen Karten den Nil ober­ halb Fazöqlo in einer tiefen Spalte eines Plateau’s strömen, während dort nach Russegger’s eigener Angabe („Reisen” II, 2. Theil, S. 689) nur „zahlreiche isolirt aus dem Hügel­ land sich erhebende Berge mit zwischenliegenden Ebenen” zu finden sind. — Nur die Gruppe der Gebel Moye und Saqatî ist nach Russegger’s Winkeln richtig construirt in dem Specialkärtchen (4. Profiltafel des Atlas) niedergelegt, in der Generalkarte aber wieder durch Anhängsel ver­ unstaltet. Ersteres zeigt mit Pruyssenaere’s Planskizze die beste Übereinstimmung. — Die Hauptpunkte, von denen aus Russegger Visuren mit der Bussole nahm, sind: Gebel Selek, ó. Moye, G. Abu-Kudur, G. jArdüs (bei ihm Krduss genannt), Rosaires, G. Mâba, Famaka, G. Midlâk fbei ihm Mädelak), G. Aqaro, G. Fazanqaro, Hör Gumbo, G. Ommsîfa, Hôr Dahab, G. Qasan, G. Abqulqi, Hôr Gutśes, Hör Pulłjidia, G. Qewes. Ausserdem finden sich in seinem Tagebuch noch Winkelmessungen Kotschy’s vom G. Auli, Ó. Araś-kol, dr. Begi und G. Tuyüs (Tens) in Kordofan.

Leider ist der Anschluss des Russegger’schen Dreiecks­ netzes an das Pruyssenaere’sche bei Rosaires und dem Tabi-Gebirge nicht völlig sicher. Vielleicht,liegt Rosaires etwas westlicher und ist die Richtung vom G. Mâba zum ' Ó. Fa­ zöqlo etwas östlicher, als auf der Karte angenommen ist.

Die Russegger’schen Dreiecke erhalten eine schätzbare Bestätigung und Erweiterung durch Trémaux’ Bussolen­ aufnahmen, die, obwohl veröffentlicht (in dem Prachtwerk „Voyage au Soudan oriental”, Paris, Hachette, Planches 16, 17, 27, 28, Cartes 1 & 4), doch noch nicht weiter ver­ arbeitet worden zu sein scheinen. Von dem unabhängig erschienenen Werke, welches eigentlich den Text zu diesem Atlas bilden soll, ist leider der auf diese Gegend bezügliche 3. Band nicht erschienen. Benutzbar waren nur die in den grossen Panoramen des Atlas eingeschriebenen Winkel­ angaben und die gut ausgeführten Karten. Jedem Atlasblatt ist ein Textblatt mit kurzen Erläuterungen beigegeben, die man grossentheils auch im „Bull, de la soc. de géogr.” 3me sér. XII, p. 250 ff., XIII, 201 abgedruckt findet. Die Orientirung des ganzen Netzes und die Anknüpfung nörd­ licherer Punkte habe ich zwar wesentlich modificiren müssen, die vom Farönya und vom ó. Dul aus gemessenen Winkel legen aber nicht nur diesen berühmten vor und nach Trémaux von keinem wissenschaftlich beobachtenden Euro­ päer erreichten Berg fest, sondern geben auch eine Ver­ bindung mit de Pruyssenaere’s südlichsten Punkten in der Gezîra, mit Gebel Yakan und Abul-daqü. Ausserdem geben sie eine Anzahl von Azimuthen von Abessinischen, bez. Qubba-Bergen, unter denen verschiedene auch von Russegger vom Aqaro und Fazanqaro aus anvisirt worden sind, und sich identificiren lassen. Ich hatte aber ein noch interes­ santeres Dokument in Händen, wonach ich die Berge, die den Bahr-el-azraq jenseit seines bisher bekannten Laufes begleiten, mit einiger Sicherheit aufzeichnen konnte. Es ist diese die letzte Aufnahme des, unglücklichen v. Barnim: ein vollständiges Panorama von Gerì aus, mit eingeschrie­ benen Winkeln, die mittelst eines katoptrischen Zirkels ge­ messen worden sind. Ich erhielt diese Blatt durch die Güte des Herrn Rob. Hartmann, der mir überhaupt aus seiner wahrhaft unerschöpflichen Reisemappe sehr schätzbare Bei­ träge geliefert hat. Dieselben bestehen äusser den eben erwähnten und mehreren weiteren Messungen und Auf­ nahmen v. Barnim’s in einer Anzahl höchst interessanter Panoramen, die Herr Hartmann selbst mit der Camera clara aufgenommen und für mich sorgfältig reducirt hat. Sie sind in Verbindung mit einigen ähnlichen Zeichnungen de Pruyssenaere’s und Marno’s („Reisen im Gebiete des Weissen und Blauen Nil”, Profile) für die Identification vieler Punkte, so wie für die topographische Detailzeichnung von grösstem Nutzen gewesen.

Da am Weissen Nil zwischen Hartüm und Fasòda kein Punkt seiner Länge nach astronomisch bestimmt ist, so kam es vor Allem darauf an, einen solchen auf andere Weise festzulegen. Über die Wahl des Punktes konnte kein Zweifel obwalten. Hellet-ed-Danaqla, neuerdings auch vielfach Qawa (Kaua) genannt, bei El-jös musste hiezu ge­ nommen werden, weil es nahe bei dem nächsten trigono­ metrischen Punkt, Gebel Saqatî, liegt und eine Ost-West­ route von de Pruyssenaere da ausmündet, die durch mehrere Peilungen nach diesem Berge gut festgelegt ist. Anderer­ seits ist die Breite jenes Dorfes astronomisch bestimmt und kann seine Lage ein zweites Mal von Hartüm aus vermöge v. Heuglin’s und Steudner’s Flussaufnahme erhalten werden.

Wir kommen damit zu einem weiteren Construktionselement unserer Karte, den Flussaufnahmen. Die alte, nur in kleinem Maassstab publicirte Aufnahme des Weissen Stroms zwischen Hartüm und El->es durch Linant (Journ. of the R. Geogr. Soc., Bd. II) ist gegenwärtig nicht mehr zu berücksichtigen neben den vortrefflichen, sehr in’s Detail

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