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IV Vorwort.
gebildeten Reisenden erreichten Punkt durch eine astro nomische Breitenbestimmung fixirte. Am 18. Juni zur Mündung zurückgekehrt, verfolgte er den Weissen Strom bis Hellet-Qaqa, dessen Breite er bestimmte, und besuchte (wahrscheinlich war es auf dieser Reise) den Berg Tefafan und den óebel Nyemati; leider aber ist hierüber keinerlei Aufzeichnung erhalten. Anfang Juli war de Pruyssenaere wieder in Hartüm, wo ihn v. Heuglin und Steudner, von ihrer Reise aus Abessinien kommend, trafen. Mit ihnen machte er im Oktober den Ausflug zum óebel Araś-kol, von dem er auf einem anderen Wege zurückkehrte, unterwegs mehrere Gipfelpunkte besteigend und eine Reihe werthvoller Winkelbeobachtungen mit heimbringend.
Am 6. Januar 1863 trat de Pruyssenaere die Reisen nach Sennär, in die südliche óezìra und nach Fazöqlo an, die man im zweiten Theile dieser Mittheilungen nach seinen erhaltenen Tagebüchern geschildert findet. Am 22. Juni kehrte er nach Hartüm zurück und verbrachte die Regen zeit in Qalaqla bei Hartüm. Am 8. Februar 1864 reiste er abermals den Blauen Strom hinauf, mit der Absicht, diese Mal nach Beni-sonqölo und womöglich noch weiter süd lich vorzudringen, musste aber schon, ehe er Rosaires er reicht hatte, umkehren, weil die Seqia das Land verwüstet hatten. Er nahm deshalb Standquartier in Karkög und machte von da aus im Mai die Reise nach Doqa und Qedaref, so wie später kleinere Ausflüge, unter Anderen zum óebel Dali, worüber am Schlüsse des zweiten Theils Einiges mitgetheilt wird. Der Aufenthalt zu Karkög während der Regenzeit ist seinem sonst so kräftigen Körper verderb lich geworden. Schon krank brach er am 15. Dezember 1864 Morgens in Gesellschaft des bekannten Händlers und Elephantenjägers Jules Poncet von Karkög auf, um nach Hartüm zurückzukehren. Aber schon nach östündiger Reise bei Harab - ed - dunya erlag der geschwächte Körper einem erneuten Fieberanfall. In dem benachbarten Gezair wurde er zur Erde bestattet.
E. de Pruyssenaere hat selbst während seiner Reisen niemals etwas veröffentlicht, wenn man absieht von einem kurzen, auf die beabsichtigte Aufgabe des Britischen Con sulats in Hartüm bezüglichen Artikel, der im „Athenaeum” vom April 1864, p. 510, unter Verstümmelung seines Namens in Vruyssenaire abgedruckt ist. Das geographische Publikum erfuhr von ihm und seinen Arbeiten durch mehrere Mittheilungen Herrn v. Heuglin’s, die in Petermann’s „Geogr. Mittheilungen” abgedruckt sind (siehe daselbst 1863, 8. 105; Ergänzungsbd. II, 8. 97, 104; Ergänzungsheft 15, 8. 14, 21, so wie Heuglin’s „Reise in das Gebiet d. Weissen Nil”, 8. 10, 83). An den beiden citirten Stellen des Ergänzungs heftes 15 finden sich 2 Briefe unseres Reisenden an Heug lin abgedruckt, worin derselbe eine Skizze seiner letzten Reisen und seiner trigonometrischen Messungen giebt und von seinen nächsten Planen spricht. — Diese Notizen mussten das Interesse der Geographen im höchsten Grade erregen durch die in Aussicht gestellte Bereicherung unserer Kenntnisse von jenen noch so wenig erforschten Ländern.
Auch ich war sehr gespannt auf die zu erwartende Ver öffentlichung von de Pruyssenaere’s Resultaten. Statt der erwarteten Reisebeschreibung las man aber nach langer Pause in den „Geogr. Mitth.” 1866, 8. 41, die Nachricht von dem Tode des Reisenden. Mehrere Jahre gab ich mich der Hoffnung hin, dass aus dem Nachlasse etwas an das Tageslicht kommen würde, bis ich mich zu Anfang des Jahres 1873 entschloss, dem verlorenen oder verborgenen literarischen Nachlass nachzuforschen. Durch Herrn v. Heug lin, an den ich mich vor Allem brieflich wandte, erhielt' ich einige Notizen, die mich bestimmten, auf dem indirekten Wege einer geschäftlichen Anfrage durch befreundete Hand lungshäuser nach Verwandten des Reisenden und seinem wissenschaftlichen Nachlass mich zu erkundigen. Die Ant wort, die ich empfing, war sehr entmuthigend. Ohne eine Adresse zu erhalten, erfuhr ich nur, dass äusser einer Kiste mit zerbrochenen Instrumenten nichts von dem Ver storbenen nach Gent gelangt sei. Ich wandte mich nun auf Herrn Dr. Schweinfurth’s Rath durch Vermittelung des Deutschen Generalconsulats in Alexandrien an Herrn Hansal in Hartüm und erhielt von diesem sehr bereitwillige Auskunft und eine Liste von Gegenständen aus dem Nach lasse de Pruyssenaere’s, theils Schriftstücken und Zeichnungen, theils Instrumenten und Sammlungen, die er Ende des Jahres 1867 an das k. k. Österreichisch-Ungarische Generalconsulat in Alexandrien geschickt habe. — Durch die freundlichen Bemühungen des damaligen Deutschen Viceconsuls Herrn Brüning und seines Nachfolgers Herrn Peyer in Alexandrien wurde dort in Erfahrung gebracht, dass die betreffende Kiste dem Belgischen Consulat übergeben und von diesem an die verwittwete Schwester des Reisenden, deren Adresse ich auf diese Weise erfuhr, abgeschickt worden sei.
Madame E. Goethals-de-Pruyssenaere in Gent, an die ich mich nun brieflich mit der Bitte um Überlassung der Manuskripte und Zeichnungen wandte, hatte die Güte und das Vertrauen zu mir, dass sie mir das Gewünschte, so weit es noch vorhanden war , bereitwilligst zur Disposition stellte. Leider erfuhr ich gleichzeitig von ihr, dass die