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VORWORT.

Eugène-Édouard-Jacques - Marie de Pruyssenaere de La Wostyne war am 7. Oktober 1826 zu Ypern in Belgien geboren, als einziger Sohn seiner Eltern, die äusser ihm nur noch eine Tochter besassen. Seine geistigen Gaben entwickelten sich schon sehr frühzeitig in vielversprechen­ dem Grade. Erst 16 Jahre alt absolvirte er mit glänzen­ dem Erfolg seine humanistischen Studien am Jesuitenkol­ legium zu Alost und bezog die Universität Löwen, wo er allgemeinere philosophische Vorlesungen hörte. Von dort ging er nach Gent, um sich dem Berufsstudium der Rechts­ wissenschaft zu widmen. Nachdem er das Advokatendiplom erlangt hatte, entschloss er sich, den Wünschen seines Vaters entsprechend, den Richterstand zu erwählen und erhielt auch die Zulassung zur Staatsanwaltschaft. Da jedoch die Jurisprudenz seinen Neigungen sehr wenig zu­ sagte, so benutzte er seinen Aufenthalt in der Universitäts­ stadt fast ausschliesslich zu naturwissenschaftlichen Studien. Er entwickelte einen riesenhaften Fleiss und erwarb sich bedeutende Kenntnisse in allen Fächern, wobei er jedoch die Botanik bevorzugte. Ausserdem sprach und schrieb er 7—8 Sprachen. In seinen hinterlassenen Papieren finden sich einzelne Aufzeichnungen und Citate äusser in seiner Muttersprache, dem Französischen, in Flämischer, Englischer, Italienischer, Lateinischer, alt- und neu - Griechischer und Arabischer Sprache, und einige Deutsche Briefe von ihm, die mir vorliegen, zeigen, dass er einen guten Wortvorrath in unserer Sprache besass, jedoch etwas mangelhaft stilisirte.

Ein unruhiger, von heissem Wissensdrang erfüllter Kopf, strebte er schon frühe danach, seine umfangreichen Kennt­ nisse als Entdeckungsreisender zu verwerthen und zugleich zu erweitern. Eine sehr kräftige Constitution schien seinen an Wuchs nicht grossen, aber gegen Anstrengungen aller Art abgehärteten Körper besonders zu diesem Berufe zu befähigen. Die reichen Mittel seines Vaters, der allerdings nur ungern die Reiselust in seinem Sohne so übermächtig werden sah, erlaubten ihm zunächst im Jahre 1853 eine Reise durch Süd - Europa zu machen, die ihn schliesslich über Griechenland nach Constantinopel führte, von wo er Asiatischen Boden betrat. Den Neujahrstag 1854 brachte er in Brussa zu, besuchte dann die Inseln des Ägäischen Meeres, befand sich am 1. Januar 1855 auf Kreta und betrat in demselben oder im nächsten Jahre zum ersten Male Afrikanischen Boden in Alexandrien; ob er in der Zwischenzeit die Heimath wiedergesehen, ist mir unbekannt. Er reiste nun Nilaufwärts und am 1. Januar 1857 finden wir ihn in Qorosqo, am 13. Juni desselben Jahres in El-Meljerif. Es ist ungewiss, ob er diese Reise bis Hartum fortgesetzt hat. Jedenfalls reiste er wieder zurück nach Kairo und besuchte Syrien und Palästina, doch am 23. Ok­ tober 1858 ist er schon wieder in Qorosqo und am 1. De­ zember in Hartüm, wo er diesen Monat über an einem schweren Acclimatisationsfieber darnieder lag. Am 7. Ja­ nuar 1859 trat er seine erste Reise von Hartüm den Weissen Nil hinauf an, und er beginnt von da ab das Tagebuch zu führen, womit die nachfolgenden Mittheilungen eröffnet werden. Erst am 5. Oktober 1860 kehrt er nach Buri bei Hartüm zurück und begiebt sich, wie es scheint durch den Tod seines Vaters veranlasst, sofort auf die Reise nach Europa , wo er aber nur kurze Zeit verweilt haben kann, denn schon am 12. September 1861 ist er wieder in Qorosqo und am 19. November in Hartüm zurück. 3 Wochen später fuhr er zum zweiten Male den Weissen Strom hinauf, kam aber dieses Mal aus unbekannten Grün­ den nur ungefähr 100 Heues weit und kehrte sogleich wie­ der nach Hartüm zurück, wie es scheint theilweis zu Land. Ende Januar 1862 machte er dann eine Flussfahrt nach Sennar, von der er schon am 4. Februar wieder zurück war, und gegen Ende desselben Monats trat der Unermüdliche seine dritte Reise auf dem Weissen Flusse an. Er hatte diess Mal den Zweck, mit den neuen, das Jahr zuvor aus Europa mitgebrachten Instrumenten die in den Jahren 1859 und 1860 besuchten Orte astronomisch fest­ zulegen. Leider ist von den erlangten Resultaten Mehreres verloren. Er war am 1. April im Lande Óawor und ge­ langte sicherlich bis Heiligkreuz, vielleicht noch weiter.

Auf der Rückreise erreichte er am 2. Juni die Sôbât-Mündung und fuhr diesen Fluss bis zum 14. Juni hinauf, wo­ bei er den höchsten, bis jetzt von einem wissenschaftlich

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