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Reisen und Forschungen im Gebiete des Weissen Nil. Erster Theil.

S. 10) und, machte mit ihnen im Oktober einen Ausflug nach dem Gebel Aras-kol, worüber diese beiden Forscher berichtet haben. Von Pruyssenaere’s Aufzeichnungen hierüber ist nur ein Blatt mit höchst werthvollen Winkelmessungen in Abschrift durch Hrn. v. Heuglin erhalten. Im Januar 1863 trat dann de Pruyssenaere die Reisen an, worüber er selbst im zweiten Theil dieses Werkchens berichtet.

III. Fahrt auf dem Sôbât. Am 2. Juni 1862 machte ich Beobachtungen zur Be­ stimmung von Länge und Breite der Mündung des Sôbât und zwar 2 Lieues östlich von der Mündung am Walde des linken Nilufers.

Den 9. Juni. Bedeckter Himmel, Regen, Gewitter. Der Boden ist fortwährend kahl, bald porös, zerreiblich und kalkig mit etwas Gras wuchs, bald in den niedriger gelegenen, von Regenwasser befeuchteten Stellen Sümpfe, die jetzt fast trocken und ganz niedergestampft sind, mit einer elenden Vegetation von Hälfä, Nabaq und Flächen von Asteracanthus.

Doppelt soweit wie die Dolêb ’) trifft man eine und dann noch eine Insel mit sandigem Strand. An einer Stelle des West-Ufers ist ein förmlicher Wald von jUśar. Einmal sah ich eine ausgezeichnete Luftspiegelung.

Die Nuêr sind fast alle mit dem Fell eines Panthers oder einer wilden Katze bekleidet. Sie tragen messingene Armbänder, welche aus Darfur über Takla und die Śiluk kommen. Sie tragen eine Anzahl kleiner, die auf der Innen­ seite des Knöchels Zusammengehen, und ein sehr grosses, dickes. Sie haben sehr schöne Lanzen mit starker, 13 cm. langer Hülse und eigentlicher Spitze von 63 cm. und mehr Länge und 12 cm. und mehr Breite. Sie wohnen in Toqül mit Reküba, die zum Trocknen des Holzes und zum Ruhe­ platz der Ziegen dienen. Eine lebende Wand von Weka-Pflanzung läuft im Kreis herum.

11 . Juni. Die hiesigen Hunde sind alle Windhunde, . i meist mit fast geradlinigen Ohren, falb bis roth, kurzhaarig, bellend. Die Schafe sind von verschiedenen Racen, unter denen die eine, vermöge der Kopfform und der braunen Farbe, mit weissen Flecken in der Seite, vollständig an das Ovis musmon erinnert. :— Die Hühner sind sehr klein. — i Nuêr, Denqa, Silük wohnen hier untereinander gemischt.

12 . Juni. Einige Stunden vor Ankunft bei der Insel Habeśi wendet sich der Fluss von Ost nach Süden und bei der Insel selbst nach Süd-Westen. Seit gestern niedere Wälder von Nabaq, wenig Talha. Heute ebenso auf dem linken Ufer.

Die astronomischen Beobachtungen, die ich am Sôbât an­ stellte, beziehen sich auf die niedrige Insel, welche auf die­ jenige folgt, die die Araber Geziret-Habesi nennen. Jenseit die­ ser Insel, die 2 Km. Länge hat, bin ich noch 4 Km. in südli­ cher, y4 in östlicher Richtung vorgedrungen bis zu einer Dabba * 2) am West-Ufer, einer ehemaligen Mirja, die durch eine ein­ zelnstehende Bignonie markirt ist. Von dort aus hat man *) Der durch die Dolêb-Palmen gekennzeichnete Ort an einer Fluss­ biegung lässt sich bei Werne, der ihn am 14. März 1841 Abends er­ reichte, identificiren. (S. Expedition z. Entd. d. Quellen d. Weissen Nil, S. 458.) Derselbe ist auch auf Lejean’s Karte 16 im Atlas zur Voyage aux deux Nils angegeben.

2) Erhöhter sandiger Platz.

11 einen freien Ausblick auf den ferneren Lauf des Sôbât; er kommt, so weit man sehen kann, aus Süd-Osten.

In der Nähe der Insel und der erwähnten Bignonie ist der Wald auf dem Ost-Ufer vom Fluss durch eine Ebene von 1—1'/2 Km. Breite getrennt und besteht aus Talha mit viel Nabaq und sehr wenig He£li£. Auf dem West-Ufer ist der Wald viel dürftiger und bildet nur eine Coulisse von etwa 1 Km. Breite, hinter welcher eine weite Ebene mit höchstens etwas Gesträuch sich ausdehnt. Die Ebene am Fluss wimmelt von Bos elaphus, Kobus ellipsiprymnus, sel­ tenen Abok, Wil und Kill (von denen das Männchen den weissen Fleck auf der Stirn hat, und deren Fell ich bei den Negern nicht finden konnte), ferner Straussen, kleinen Anti­ lopen, Löwen, Panthern, Hyänen. Ich verfolgte zwei Löwen.

Sonntag den 15. Juni um die Mittagsstunde fuhren wir von der Insel ab, stromabwärts.

34 Uhr eine bewohnte Insel1)-4 Uhr eine niedrige Insel. Das Wasser ist seit unserer ersten Vor überfahrt um 4 Fuss gestiegen.

7 У4 Uhr Dorf von Petherick’s Dolmetscher. Die Breiten­ bestimmung ergab 9° 2' 22". Die mittlere Richtung war N. 20° W. Das Dorf liegt am Ost-Ufer an einer Ecke, wo der Strom aus Nordrichtung in West umbiegt, bei einem sich verzweigenden Hör.

Die Breite des Sôbât beträgt hier 317 m.; er steigt noch, allein diess vermehrt seine Breite kaum da die Ufer sehr steil eingeschnitten sind. Tiefe in der Mitte 8 m., 10 m. von den Ufern entfernt noch 4 m. Geschwindigkeit etwas über 2 Km. die Stunde; Wassermenge ungefähr 1066 Cbm. in der Sekunde. Montag den 16. Juni reisten wir um 12’/2 Uhr weiter.

3 y4 Uhr Ankunft bei der Krokodil-Insel, welche ich für diejenige halte, ’/4 Stunde unterhalb welcher Werne um­ gekehrt ist.

5 U. 10 M. Weiterfahrt, nachdem wir Jagd auf die Krokodile gemacht hatten.

11 U. 15 M. bei den Dolêb angelangt. 17 . Juni. 2 U. 25 M. von den Dolêb wieder aufge­ brochen, erreichen wir am nächsten Morgen 7 U. 30 M. den Ordu nach zweistündigem Aufenthalt bei der ersten Gäba und unter häufigem Gegenwind von den Dolêb an. Beim alten Fort Trümmer und einige ärmliche Hütten. Gottob, viel Erauthemum.

Am 16. war der Himmel Morgens bedeckt. Bis jetzt hatten wir erst einen starken und 2—3 schwache Regen, aber fast jeden Tag hört man donnern und sieht Regen am Horizont. Dienstag den 17. ist der Himmel mehr oder weniger bewölkt, Mittwoch den 18. Regen und Gewitter.

Die Namen des Sôbât sind : im Nuêr Pi-nin, im Denqa Biel, im Śiluk Wär. Nach Werne: Tilfi, Kiti, Tah.

IV. Zur Geologie und Bodenkunde des Weissen Nilgebiets. Der Weisse Nil mit seinen Nebenströmen, dem Sôbât und dem Bahr-el-Gazai, fliesst in einer ungeheueren Ebene, die im Osten von den Ausläufern des Abyssinischen Hoch-*) Vielleicht Beltrame’s Pan-e-lang. (S. Lejean, Voyage aux deux Nils, p. 185, u. Atlas Taf. 16.)

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