Sudan Archive

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44 Die Grenze unserer Provinz nach Norden bildete die zu Ról gehórige Station Schambe, das friihere Taufikije Baker’s, auf dem westlichen Ufer des Stromes gelegen. Die Station war nur zu dem Zwecke, die Dampfer mit Holz fiir die Maschinen zu versorgen, angelegt worden. Der Boden ist bei Schambe zum gróssten Teil sumpfig, das Land sonst mit ausgedehnten Urwaldungen bedeckt, in denen sieli zahllose Heerden Affen, verschiedene Antilopenarten, Biiffel und Elefanten finden. In dem Strome bei Schambe wie fast iiberall im Bahr el abjad leben zahlreiche Crocodile. Die Einwohner sind Tuitsch, von denen schon oben die Rede war. Die Neger auf den Bergen westlicli vom Strom, gleichfalls Tuitsch, sind nicht unterworfen und man hat auch nie den Versuch hierzu gemacht.

Der erste Bezirk stromaufwarts nach Osten zu ist Bor mit dem gleichnamigen Hauptort. Sein Gebiet umfasst vornehmlich ungeheure Ebenholzwaldungen, in denen sich so ziemlich dieselben Tiere wie in Schambe finden. Der Bezirk hat eine betrachtliche Ausdehnung und reicht bis Latuka, ist aber nur schwach bevólkert und ausser der Station Bór ist kein weiterer befestigter Posten angelegt. Die Einwohner nennen sich Bór, eine Bezeichnung, die sie ihrem Gebiete gegeben haben, wie das im ganzen Ssudan der Fali ist, wo jedes Land den Namen des Stammes, der es bewohnt, tragt. Die Bór gehóren zu der Familie der Dinka, sind aber im Gegensatz zu ihren Nachbarn, den Tuitsch, gefiirchtete Krieger. Sie beschaftigen sich aber auch viel mit dem Ackerbau', besonders dem Anbau von Mais, Sesam, Kiirbissen und Tabak. Mit besonderer Vorliebe befassen sie sich mit der Zucht von Hornvieh, von dem sie grosse, schóne Heerden besitzen. Ihre Sitten und Gebrauche sind denen der Dinka vóllig gleich, weshalb ich mich beschranken kann, den Leser darauf zu verweisen.

Der zweite Bezirk weiter stromaufwarts gegen Siiden ist Lado, gleichzeitig die Hauptstadt der ganzen Provinz. Das Gebiet von Lado ist in der Hauptsache eine sandige Ebene, aus der zwei

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