Sudan Archive

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223 enden verstanden hatte, welcher Aegypten die Friichte ungeheurer Arbeiten wahrend eines Dreivierteljalirhunderts geraubt hat. Wir haben es fur iiberfliissig erachtet, in die Einzelheiten der Kampfe zwischen den agyptischen Truppen und den Rebellen einzugehen und haben uns begniigt, nur die wichtigsten Ereignisse kurz aufzufiihren.

Scharmiitzei und selbst Schlachten dauerten auf der Grenze des Ssudan, d. h. bei Wadi Halfa und namentlich in der Umgegend von Ssuakin, bis zum Ende des Jahres 1889 fort. Die letztere Stadt wurde mehr ais einmal ernstlicli angegriffen und ware ohne die englischen Kriegsschiffe sicherlich verloren gewesen.

* # * Wir wollen diese traurige Geschichte des Mahdismus mit einer merkwiirdigen Legende beendigen, welche bei den Ssudanesen zirkuliert und sich auf diese Ereignisse bezieht.

Ais die agyptischen Truppen unter Mohammed Ali Pascha den Ssudan in Besitz nahmen, hatte ein ehrwiirdiger Schech, der Schech Elew, dessen Monumental-Grabmal sich auf dem Friedhof von Chartum erhob, prophezeit, dass die agyptische Okkupation nur 60 Jahre und 70 Tage dauern wurde. Der Kuriositat wegen rechnete Emin Pascha die seit dem Eindringen Ismail Pascha’s bis zur Entstehung des Mahdismus verflossene Zeit nach und fand, wie er mir versicherte, genau die Zeit von 60 Jahren und 70 Tagen1). Diese Legende veranlasste dann die Entstehung des arabischen Spriichwortes: »Ssittin ssene we ssab’ain jdm.« In der Bedeutung: »Um so schlimmer,« oder auch: »Es schadet nichts.« I) Ich weiss nicht, welche Daten er seiner Rechnung zu grunde gelegt hat.

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