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— 114 — Seit dem oben erwahnten Briefe Lupton’s war von Bahr el ghasal keine weitere Nachricht gekommen und Emin Bey blieb mit den Angelegenheiten seiner eigenen Provinz beschaftigt. Um die Aufmerksamkeit von der gegenwartigen Lagę und von Besorgnissen fur die Zukunft abzulenken, liess er inmitten des Hofes der Kaserne in Lado eine Moschee erbauen. Oder konnte die Untei> nehmung einen anderen Zweck haben? Etwa um die Mahdistenhorden im Falle eines Einfalls zu beschwichtigen? Emins Klugheit, sowie seine Fahigkeit, auch die weitgehendsten Móglichkeiten der unbedeutendsten Dinge in’s Auge zu fassen, kónnen eine solche Vermutung rechtfertigen. Denn in Lado, inmitten von heidnischen Vólkerschaften und fur einige wenige, nicht gerade sehr fromme Muhammedaner war das Bediirfnis nach einer Moschee wahrlich nicht so dringend, und wenn es bestanden hatte, dann wiirde Emin den Bau sicher viel friiher unternommen haben, wo er noch nicht von so driickenden Sorgen gequalt wurde. Diese Vermutung wird noch mehr dadurch bestatigt, dass Emin spater kurz vor der Ankunft der Mahdisten aus seinen Archiven ein schónes Koranmanuscript hervorbrachte, den Rest der grossen Biichersendung, die Gordon dem Kónig Mtesa von Uganda zum Geschenk gemacht hatte. Emin legte es ostentativ auf seinen Schreibtisch, neben seine unzertrennlichen Biicher, sein Tagebuch, das Buch mit den meteorologischen Aufzeichnungen, den Katalog seiner Vógel- und Tiersammlung und ein naturwissenschaftliches Werk. Emins kleine Fehler miissen ihm seiner unbestreitbaren Geistes- und Herzenseigenschaften wegen verziehen werden, die wir in der Folgę noch weiter kennen lernen werden. Die Klugheit, von der er schon grossartige Beweise geliefert hatte, hat ihn nie verlassen. Hóchstens konnte man ihm vorwerfen, sie in manchen Fallen zu sehr und dagegen zu wenig Energie angewendet ?zu haben. Er wartete nie so lange, bis ihn die Ereignisse tiberraschten, sondern suchte ihnen stets im Voraus |zu begegnen. Angesichts des beunruhigenden Ausbleibens aller Nachrichten von Chartum und in der Yoraussicht, dass die Provinz bald auf ihre eigenen Krafte

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