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§9 liess er die Eingeborenen holen und fragte sie, warum sie kein Oel aus den Erdniissen bereiteten. Er riet ihnen dringend dazu und versicherte ihnen, dass sie ein reichlicheres und angenehmeres Oel ais vom Sesam daraus erzielen wiirden. Er legte den Hauptlingen die Lieferung eines gewissen Quantums von Erdnussól an die Regierung ais Tribut auf und zwang so die Eingeborenen, sich dieser neuen Industrie zuzuwenden, mit der sie in der Folgezeit sehr zufrieden waren. Wir verliessen schliesslich Ajak und gelangten nach 2 Marschtagen nach Rumbek, dem Hauptort des Bezirkes Ról, dessen Verwaltung Ibrahim Ghattas, einem Chutari, iibertragen war.
In Rumbek blieben wir 2 Tage, wahrend dereń Emin nocli sorgfaltiger wie sonst seine gewóhnlichen Inspizierungen abhielt und im besonderen anordnete, die Rechnungsbucher seit dem Datum der administraven Veranderung des Bezirkes neu anzulegen. Hinsichtlich der Verwaltung gab er strenge Instruktionen und befahl, dass der Chef fortan sich in allen Angelegenheiten direkt an die Regierung in Lado zu wenden habe. Bevor Emin Rumbek verliess, empfing er einen Brief von Mussa Bey Schauki, dem Untergouverneur von Balir el ghasal, der ihn bat, nach seiner Provinz zu kommen und mit ihm zusammen die Grenzen beider Provinzen zu bestimmen. Hinter Gók Muchtar (letzte Station von Ról) passierten wir den Fluss Chór Timsah1). Wir gebrauchten bei dieser Gelegenheit zum Passieren des Flusses unsere Angarebs (Bettstellen) ais Sanften. Jeder von uns wurde von ió Negern getragen, die mit vereinten Kraften sich der ziemlich starken Strómung an dieser Stelle entgegenstemmen mussten. Kaum 2 Kilometer auf dem anderen Ufer trafen wir Mussa Bey, der uns entgegen kam. Lupton, der nach Chartum gegangen war, um seine Ernennung und die Instruktionen vom Generalgouverneur zu erhalten, war in Balir el ghasal nocli nicht angekommen, weshalb ihn Mussa Bey vertrat. In seiner Begleitung reisten wir nach Gók el Hassan, wo wir zwei Tage blieben. Ais wir die i) i) = »Krokodilfluss«. B. M.