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86 lichen Frau ihren Freiheitsschein ein und liess sie in ihre Heimat zuriickkehren. Da sich die Kunde hiervon schnell in dem Dorfe verbreitete, so erschienen Sklaven, Manner und Weiber, in grosser Zahl, um ahnliche Klagen vorzutragen. Der Mudir brachte so den ganzen Tag damit zu, die Beschwerden der Ungliicklichen ruhig und wohlwollend anzuhóren, denen er samtlich ihren Freiheitsschein aushandigte, indem er gleichzeitig ihre Entlassung in die Heimat anordnete. Auf diese Weise wurden im Laufe einer Woche gegen 350 Sklaven freigelassen und ihrer Heimat wiedergegeben. Wenn die Sache tiberhaupt móglich gewesen ware, so wiirde Emin die Sklaverei sicherlich abgeschafft haben; wenn er aber trotz aller seiner Fiirsorge ftir diese Ungliicklichen, trotz seiner liberalen Gesinnung und seiner Prinzipien der Humanitat und Gerechtigkeit diese Wunde Afrikas nicht hat heilen kónnen, so liegt der Grund hierfur eben daran, dass in unserem Jahrhundert tiberhaupt niemand dieses Ziel wird erreichen kónnen. Muągte demnach auch Emin im Widerspruch mit seinen eigenen Gefiihlen die Sklaverei fortbestehen lassen, so that er doch sein móglichstes, um ihre Uebel zu mildern.
In der Aequatorialprovinz beschiitzte die Gerechtigkeit Emins, wie wir sogleich sehen werden, ebenso sehr die Schwarzen jedes Standes, Freie und Sklaven, wie die Weissen.
Der Mudir war auf die Danakla schon von jeher schlecht zu sprechen. Sie genossen iibrigens, man weiss nicht weshalb, das Privileg, der Regierung keinerlei Abgaben zu zahlen, bereiteten ihr aber dabei mehr Aerger und Verdruss, ais die Eingeborenen. Alle diese Griinde zusammen bestimmten den Mudir, dem ein Ende zu machen und die Vorrechte dieser Araber aufzuheben, um so mehr, ais dieselben auf keinerlei Weise verdient oder zu rechtfertigen waren. Er befahl ihnen demnach, wie alle andereń an den Staat Steuern zu zahlen, oder das Gebiet der Provinz zu verlassen. Sie zogen es vor, nach Chartum zuriickzukehren. Wenn so die Danakla mit der Gerechtigkeit des Mudirs nicht zufrieden waren, so hórten andrerseits die Neger niemals auf,