Sudan Archive

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Abgrund, zu dem die Gorſtſche Verſöhnungspolitik geführt hatte.

Der Mörder war ein unreifer Apothekerburſche, dem die Lektüre der nationaliſtiſchen Zeitungen und der Umgang mit den Führern in der Schweiz den Kopf verdreht hatte. Die Gerichtsverhandlung gegen ihn wurde von den nationaliſtiſch geſinnten Richtern mona⸗ telang hingezogen und nur mit Mühe konnte die Verurteilung des Mörders erreicht werden, der dann von feinen Parteigenoſſen natürlich zum Märtyrer erhoben wurde. Und ſo groß war der Einfluß der Nationaliſten, daß bei der Rekonſtituierung des Mini⸗ ſteriums einer ihrer Anhänger das Präſidium erhalten konnte und ſeine Geſinnung nur wenig zu bemänteln brauchte, ſolange Gorſt noch im Amte blieb. Das dauerte im ganzen knapp vier Jahre (Mai 1907 bis März 1911). In dieſer kurzen Zeit aber ging ein guter Teil der Cromerſchen Errungenſchaften wieder verloren, vor allem die Diſziplin und der Geiſt der Ordnung, den feine Leute mit ſo großer Mühe gepflanzt hatten. In faſt allen Zweigen der Verwaltung ſtießen die Engländer auf die mehr oder minder offene Feindſchaft der eingeborenen Beamtenſchaft. Im Militär, nicht bloß bei den Soldaten, ſondern namentlich bei den Offizieren, wurden Fälle von Indiſziplin und Angriffen auf die Fremden immer häufiger, ganz wie zur Zeit Arabis. Zu Beginn von 1911 erreichte die Unraſt einen bedrohlichen Grad. Durch die immer heftigeren Angriffe der Nationaliſten in Angſt verſetzt, ſchloſſen ſich die Kopten (etwa dreiviertel Million, gegen 10 Millionen Mohammedaner) zu einer Liga zuſammen, und da ſie mit ihren Klagen und Forderungen bei Gorſt kein Gehör fanden, er ſogar 48

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