Sudan Archive

Open the original scan

redner Milner hat nicht umhin gekonnt, dieſe loyale Mitarbeit der Caiſſe anzuerkennen England in Egypt 336). Er legt Wert da⸗ rauf feſtzuſtellen, daß die Gegner an ihr ſtets Frankreich und Ruß⸗ land waren, deren Widerſtand nur ſchwer zu überwinden war.

Parallel mit der Reform der Finanzen gingen Cromers Beſtre—⸗ bungen zur Neuordnung der ägyptiſchen Verwaltung. Sein Ver— hältnis zur ägyptiſchen Regierung war zunächſt das eines wohlwol⸗ lenden Beraters, wie das der engliſchen Reſidenten an indiſchen Für: ſtenhöfen. Mit der zunehmenden Feſtigung ſeiner Stellung nah— men aber ſeine Ratſchläge bald imperative Form an; der Miniſter⸗ präſident, der einen Rat nicht annehmen wollte, mußte gehen. So entledigte er ſich 1894 Riaz Paſchas, eines Türken (angeblich jüdiſchen Renegaten) von großer Klugheit und noch größerer Zä— higkeit. Ein Jahr ſpäter wurde er Nubar Paſcha los, wohl den gefährlichſten Gegner, den er in Agypten gehabt hat. Auch Nubar hatte bei all ſeiner armeniſchen Schlauheit zu denen gehört, die den engliſchen Verſicherungen geglaubt hatten, England beabſich⸗ tigte nur eine militäriſche Okkupation zum Schutz der Autorität des Khedive, und hatte darum die Okkupation begünſtigt. Von dem Moment an aber, wo er merkte, daß die Engländer auch die Verwaltung des Landes in die Hand nehmen wollten, war er ihr erbittertſter Gegner geworden. Das Dufferinſche Syſtem wurde nun allmählich durchgeführt, reſp. ausgebaut. Jedes Minifterium erhielt einen engliſchen adviser (franz. conseiller) zur Be ratung oder vielmehr Kontrollierung des Miniſters und des ge ſamten Miniſteriums. In Rang und Bezahlung (2000 ägypt.

20

Text produced by OCR — report an error