Sudan Archive

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Stätten, diejenigen Länder zu bevorzugen, wo sie die heimischen Behörden und Einrichtungen in ihrer einengenden Bevormundung nicht wiederfinden.

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) So wuchsen Unsicherheit, Verstimmung und Mangel zusehends in dem neuen Erythräa. Professor Schweinfurth, der damals in Massäua sich aufhielt, schrieb von Haufen von Skeletten, welche die Linien der Landstraßen einsäumen. Der Belagerungszustand mußte über das Land verhängt werden, und Gondolfi wurde ersetzt durch — Baratieri. Auch Menelek hatte den Artikel 17 jenes Vertrages von Utschalli keineswegs aus dem Auge verloren. Erneuerte Anträge auf dessen Berichtigung, welche im Juli 1892 in Rom anlangten, fanden auffallenderweise erst nach acht Monaten, am 17. März 1893, eine Beantwortung, als es bereits — zu spät war. Der Negus hatte am 12. Februar 1893 in einem Briefe an den König von Italien unter bitteren Klagen über die italienische Treulosigkeit („vos gouverneurs traitaient directement avec tous les ennemis de mon autorite, cherchant ä soulever contre moi les provinces environnantes.“), den Vertrag gekündigt, und bereitete alles nun energisch darauf vor, sein Recht mit den Waffen sich zu suchen. Gegen Ende des Jahres 1894 hatten die Derwische, welche damals uneingeschränkt den gesamten ägyptischen Sudan beherrschten, von Gadäref aus eine drohende Haltung gegen die Westgrenze Erythräas angenommen, und bereits wirksame Vorstöße bis Sauäkin hin gemacht. Es schien die Aufgabe der nächsten Zeit werden zu sollen, gegen dieselben Front zu machen.

Um nach dieser Richtung hin volle Aktionsfreiheit zu bekommen und sich gegen jeden Flankenangriff zu decken, wollte General Baratieri zuerst mit dem Gouverneur von Tigre, Ras Mangascha, abrechnen, von dem ihm gemeldet war, daß er im Bunde mit Ras Agos an der Südgrenze Erythräas Truppen mobil mache. In Eilmärschen begab er sich nach Adua, wo er am 30. Dezember 1894 anlangte. Ein Zusammenstoß erfolgte aber nicht, weil die Genannten, stets ausweichend, sich vorsichtig über Adua zurückzogen.

Erst später entschleierte es sich, daß dieses Manöver durchaus im Einverständnis mit Menelek geschehen war. Es war die wohlberechnete Absicht, auf solche Weise die Italiener von ihrer Operationsbasis Senafe-Addigrat abzulösen, und nach Süden hin zu locken. Hinter dem Rücken dieser Häuptlinge aber, welche vor dem triumphierenden Baratieri beständig sich zu flüchten schienen, sammelte sich die drohende Armee des Negus.

1 ) F. Farinet, Deputierter des ital. Parlamentes, in einem Aufsatze : La politique coloniale de l’Italie — (Le Mois Colonial et Maritime, No. 9, Novemb. 1903, Paris) -wirft der heimischen ital. Regierung vor: „d’etre un Systeme impregne de fiscalicisme et de bureaucratie !“ — Schoenfeld, Erythräa. 5 65

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