Sudan Archive

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Vorwort.

Es war im April des Jahres 1902, daß ich von Tripolis aus über Malta und Neapel nach Genua fuhr, auf einem Dampfer der Linie Florio-e-Rubattino. Ich hatte in Tripolis die politische Lage studiert. Die Wogen der Erregung gingen dort ziemlich hoch. Ein Aufstand der Kologlu war geschehen und hatte zu blutigen Straßenkämpfen geführt. ’) Außerdem kursierte das Gerücht, die Italiener bereiten einen Angriff auf Tripolis vor, zum Zwecke der Annexion des Landes. Auch italienische Emissäre waren in Tripolis anwesend, um die dortigen Verhältnisse zu prüfen, und hatten ziemlich offen über den Zweck ihrer Sendung sich ausgesprochen. Unter diesen Eindrücken hatte ich den Hafen von Tripolis verlassen, und befand mich an Bord im Kreise einer angeregten Gesellschaft. In deren Mitte tat sich hervor ein italienischer Diplomat, ein Herr von umfassendem Wissen und einnehmendem Wesen. Wir sprachen miteinander viel über die Zustände in Afrika, und zogen auch in den Kreis unserer Erörterung die italienische Kolonie Erythräa. Er machte mich aufmerksam auf deren vorzügliche Lage, sowie auf ihre landschaftliche Schönheit. Es war damals schon meine Absicht, den kommenden Winter nach dem ägyptischen Sudan zu gehen. Bereits kannte ich Ob er-Ägypten ; aber nur bis zum lten Katarakte, bis Assuan. Das übrige war mir eine terra incognita, wie den meisten Nilwanderern. Und doch wünschte ich überaus lebhaft, besonders Chartüm und Omdurmän kennen zu lernen, als die interessanten Zentren der mahdistischen Bewegung. Jene an Folgen so reiche Erhebung des mohammedanischen Geistes schien mir eines eingehenden Studiums wohl wert ! — Anstatt nun den weiten, und doch nur eintönigen Weg von Assuan ’) Vergl. Schoenfeld: „Aus den Staaten der Barbaresken.“ Berlin 1902. Kap. XX. — I

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