Sudan Archive

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drücklichen Betonung, daß es sich hier lediglich um ein kommerzielles Unternehmen handeln dürfe.

1 ) Demnach, unter Einverständnis mit England, brach Italien die mit Ägypten wie mit der Pforte eingeleiteten Verhandlungen ah, weil beide Mächte in dem Territorium Rubattino weder ihre Souveränität noch ihre Jurisdiktion aufzugehen gewillt waren, und erklärte durch ein Dekret vom 5. Juli 1882 die Bai von Assab, und das dazu gehörende Territorium, offiziell als „italienische Kolonie“.

Die Italiener hatten ja um jene Zeit auf einem anderen Gebiete Afrikas eine große Enttäuschung erlitten. Die Besetzung Tunisiens durch die Franzosen — (am 12. Mai 1881) — hatte ihre Hoffnung, diesen so nahe gelegenen und so fruchtbaren Landstrich dereinst als Kolonie zu erwerben, für immer zerstört. Um so begreiflicher war es, daß Italien nun anderswo nach einem Ersatz für jene gescheiterte Hoffnung suchte. Man sieht indessen, es war in all den bisherigen Schritten, wie Verhandlungen, von dem etwa 300 Kilometer nördlicher gelegenen Massäua, dem Schlüssel des heutigen Erythräa, noch in keiner Weise die Rede gewesen.

Seit uralter Zeit aber war die Insel Massäua mit der darauf von den Arabern erbauten gleichnamigen Stadt ein Stapelplatz gewesen für alle jene Waren, welche aus dem Inneren von Abessynien, Kordofan und Där-För mittels Karawanen hier an der Küste zusammenströmen.

Den Arabern entrissen 1557 diesen wichtigen Handelsplatz die Türken, welche ihn dann im Jahre 1866, auf Drängen Englands, an Ägypten abtraten, gegen Erhöhung des bisher an die Pforte zu zahlenden Tributes. Fortan durch einen ägyptischen Gouverneur verwaltet, ward das Territorium unterstellt dem Generalgouverneur des Sudan.

Im Interesse eines leichteren Warentransportes hatte man bereits früher Massäua mit der ihr benachbarten zweiten Insel Taolud, und dann diese wiederum mit dem Festlande durch aufgeschüttete Dämme verbunden.

Einige Befestigungen stammten noch aus türkischer Zeit auf der Insel Massäua, welche jetzt der Schweizer, Munsingher-Pascha, in seiner Stellung als ägyptischer Gouverneur, in einen besseren Stand setzte. Aber auch für Abessynien war Massäua von ganz entscheidender Wichtigkeit. Es mußte als der Ausgangshafen für seine Hauptstadt Adua gelten. Daher knüpfte der Negus Johannes, Nachfolger des Theodoras, gegen Ende des Jahres 1884, Unterhandlungen mit Ägypten an zu dem Zwecke, daß ihm Massäua entweder abgetreten, oder, wenn dieses versagt bliebe, doch wenigstens eine bündige Erklärung abgegeben würde, dahin *) „k la condition, que cette possession soit purement commerciale, et ne soit ni fortifiee, ni convertie en Station militaire ou navale.“ 57

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