Sudan Archive

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wenn die Hoffnung auf die Goldminen sich nicht erfüllen sollte. Es hat einen großen Reichtum an Wald. Schon die Menge dürren Holzes, welche ungenützt am Wege liegt, würde, in Holzkohle verwandelt, ein Vermögen darstellen. Und unter dem lebenden Holze finden sich Riesenstämme, deren wirtschaftlicher Wert nicht zu unterschätzen sein dürfte. An Haifagras, diesem auf der Nordküste Afrikas so gesuchten Ausfuhrartikel, besitzt Erythräa einen großen Vorrat, welcher zur Zeit noch ungenützt daliegt. An wertvollem Gestein treten zu Tage farbiger Marmor in schöner Zeichnung, Alabaster und weißer Quarz. Der Viehreichtum ist, wie gezeigt, sehr groß, und die Eingeborenen sind ausgezeichnete Viehzüchter. Sie auch zu Ackerbauern, wofür Anfänge vorliegen, mehr und mehr zu erziehen, ist die Aufgabe der Zukunft. Und an fruchtbaren Hochebenen für den Pflug fehlt es in der Tat nicht. Außer Getreide würden Kaffee und Tabak, Baumwolle und Thee hier gut gedeihen. Dazu bietet das engmaschige Flußnetz, wenn rationell verwertet, ausgiebige Gelegenheit zur Bewässerung. Den Karawanenhandel auf der Linie Massäua-Kassala, der ehemals so blühend war, neu zu beleben, wird Sache der Weisheit der Regierung sein. Zu diesem Zwecke ist die Durchführung der zwischen Massäua und Ghinda angelegten Eisenbahn bis hin nach Kassala unerläßlich, und das um so mehr, als der Kolonie große schiffbare Flüsse, als die natürlichsten und bequemsten Kommunikationswege, versagt sind. Zur Zeit zeigt nur das östliche Drittel der Kolonie, zwischen Massäua und Cheren, das Eindringen der Kultur, und zwar hier recht sichtbar, während die Zweidritteilstrecke zwischen Cheren und Sabderat noch völlig unberührt von derselben daliegt. Das Verhältnis der neuen Herren zu den Eingeborenen ist augenscheinlich ein gutes. Auf Spazierritten, die ich mit den italienischen Offizieren oftmals unternommen habe, sah ich Beweise warmer Anhänglichkeit der farbigen Bevölkerung an ihre Gebieter. Die irenische Natur des derzeitigen Generalgouverneurs hat offenbar fördernd auch nach dieser Seite gewirkt.

Ferdinando Martini, ein Mann von Kopf, Herz und reicher Erfahrung, hat während der fünf Jahre seiner Verwaltung sich große Verdienste um Erythräa erworben

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