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KAPITEL VIII.

Von Agordat nach Cherü.

Von Agordat nach Kassala ist angeblich ein Weg von 187 Kilometern. Während bis hierher Kilometersteine am Wegrande über die Entfernung keinen Zweifel ließen, ist fortan jede Angabe nur Schätzung, weil eine amtliche* Messung für diese westlichen Landesteile noch fehlt. Karawanen, welche mit Kaufmannsgut schwer beladen gehen, verwenden sieben Tage auf jenen Weg. Ein leichtgeschürzter Reisender vermag ihn zu beschleunigen; doch hängt es von der Tüchtigkeit der Transporttiere, sowie von der eigenen Rüstigkeit ah, ob wir vier oder fünf Tage brauchen werden.

Folgende 6 Stationen sind auf dieser Strecke zu verzeichnen: Sciaglet, Biscia, Daüra, Cherü, Uakäi, Sabderat. In Biscia, Cherü, Sabderat finden sich Telegraphenhäuschen, und ihnen angeschlossen einige Tukül der Eingeborenen. Dagegen in Daüra und Uakäi liegen nur Brunnen. Räume zu seiner Unterkunft trifft der Reisende jedoch an keinem dieser Plätze mehr, so daß er notgedrungen hier Zelte und Küche mit sich führen muß. Der Aufbruch aus Agordat war auf 6 Uhr früh festgesetzt. Indessen fand ich unsere beiden abessynischen Wächter, Heilüm und Allagaber, statt daß sie um 4 Uhr die Leute geweckt hätten, um 6 Uhr selbst noch schlafend. Zur Strafe dafür wurden sie umgehend entlassen, und ein kräftiger Neger, Abdallah, an ihrer Stelle in die Karawane eingereiht. Meine 4 auf Maultieren berittenen Asker, welche von Cheren bis nach Agordat uns das Geleit gegeben hatten, blieben hier zurück. Der Kommandant Guastone Carlo ersetzte sie durch drei Kamelreiter, einen Unteroffizier und zwei Soldaten, ausgesuchte hübsche, braune Leute aus dem Araberstamme der Beni-Amr. Mit voller Ausrüstung auf dem militärisch gesattelten Kamele sitzend; weiß der Turban, wie die Kleidung; rot der Gürtel; blank die Waffen: das sah alles ganz vorzüglich aus!

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