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mal, und Gäste sind hier selten. Um so rühmenswerter sind ihre Munterkeit und ihre Beständigkeit im Kolonialdienste ; denn Kapitän Guastone Carlo lebt schon zwölf Jahre in Erythräa. Er hat auch die mörderische Schlacht bei Adua mitgefochten, und erzählt mir viel aus dem Verlaufe derselben.
Agordat ist eine Stadt von 2000 Einwohnern, darunter befinden sich fünf Europäer, nämlich jene vier italienischen Offiziere und ein Grieche, der ein kleines Restaurant am Markte unterhält. Um diesen viereckigen Markt, den Kern der sich erst formenden jungen Stadt, ziehen einstöckige, aber in freundlicher Weise weiß abgetünchte Häuser sich hin. Darunter das Telegraphenamt, dann Kramläden, Garküchen, Schenken. Dieser bescheidene Anfang ist umgeben von einer großen Vorstadt, besetzt mit den spitz abgedeckten Tukül der Eingeborenen.
Das ist Agordat! Und doch, die Hauptsache bleibt noch zu nennen. Zwei Zitadellen, welche indessen keine besonderen Namen führen, liegen da, die größere südlich, die kleinere nördlich von der Stadt, errichtet auf der abgeplatteten Spitze kegelförmig aufsteigender Hügel. Denn Agordat war in der Zeit der langen und schweren Kämpfe gegen die Derwische der am meisten nach Westen vorgeschobene Posten der Verteidigung für Erythräa.
Jetzt aber, da der Sudan beruhigt ist, und Kassala, welches den Zugang in das Tal des Sabderat beherrscht, in den Händen der Engländer liegt, hat der Platz seine militärische Bedeutung verloren. Das große Fort ist demnach gar nicht mehr armiert, wohl aber das kleinere. Hier liegt zum Teil die Garnison, welche aus einer Kompagnie Infanterie und 80 Kamelreitern, sämtlich eingeborenen Soldaten, besteht; hier wohnen und speisen auch die Offiziere ; hier befand sich ebenfalls mein Quartier. Auf einer Vorterrasse dieses kleineren Forts zeigt sich ein Friedhof mit etwa 300 Gräbern. Sie gehören den Soldaten, welche am Fuße dieser Zitadelle in einer Schlacht ehrenvoll gefallen sind. Es war am 21. Dezember 1893, daß hier unter den Mauern von Agordat General Arimondi an der Spitze von 3000 Mann Infanterie und 2 Batterien sich den Derwischen entgegenwarf, welche in der Stärke von 9000 Mann, geführt durch Ahmed-Aly, von Kassala ausgezogen waren, um einen Vorstoß gegen Massäua zu machen.
1 ) Nach fünfstündigem Kampfe blieben die Italiener Sieger. Der Feind zog sich unter Zurücklassung von 2000 Toten zurück. Erbeutete Waffen aus dieser Schlacht wurden mir gezeigt. Die Derwische trugen, ein jeder, zwei Lanzen, eine kürzere, deren 1 ) Ahmed-Aly, ein Ränkeschmied, aber wenig begabter Feldherr, hatte kurz vorher den tapferen und klugen Kommandanten von Kassala: „Säki-Gamil“, durch Verläumdung beim Chalifen Abdullahi gestürzt, um sich an seine Stelle zu setzen. Ahmed fiel in der Schlacht bei Agordat, sowie seine beiden Unterfeldherren Abdallah und Abd-el-Rasül.
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